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Archiv Phytotherapie
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Malotira - Bergtee

Dieser Strauch wächst in den griechischen Bergen und wird in den Schriften von Dioskourides unter den Namen "sideritis" erwähnt., da man im Altertum glaubte, dass dieses Heilkraut Wunden heilen könne, die durch Eisen geschlagen wurden. Auf Kreta ist diese Pflanze endemisch - sie wird auch Malotira genannt. Dieser Name setzte sich aus den beiden italienischen Wörtern "male" - Krankheit - und "tirare" - ziehen _ zusammen und daher meint man, mit dieser Pflanze könne man Krankheiten "herausziehen", also heilen.

Therapeutische Eigenschaften
Man setzt die Pflanze häufig bei Erkältungen, Erkrankungen der Atemwege und ständigem Husten ein. Zudem hat sie sich bei Magen-Beschwerden und Verdauungsproblemen bewährt. Weitere Einsatzmöglichkeiten: Bei Nierensteinen und als harntreibendes Mittel.
Lt. Laboruntersuchungen: In den kleinen Blättern und Blüten: Konzentrierte Mengen an ätherischen Ölen und Flavonoiden.

Persönliche Bemerkung: Wir bringen uns die getrocknete Pflanze (Blüten, Blätter und Stengel) immer aus Kreta mit, und zwar von Kreta 2000 (der Besitzer Adonis hat in Deutschland studiert und spricht deutsch) >>>

Einjähriger Beifuss - Artemisia annua
Artemisia annua gehört zur Familie der Compositen und kommt hauptsächlich in Asien vor und hat starke Ähnlichkeiten zur bei uns heimischen Artemisia vulgaris. Wie der Name schon sagt handelt es sich um eine einjährige Pflanze mit einem kräftigen Stängel und gefiederten Blättern, die grau behaart sind.
In den alten chinesischen Medizin wurde sie als Moxamittel und gegen Malaria eingesetzt. Seit einiger Zeit sind vermehrt Versuche mit Pflanzenhybriden gemacht worden um einen höheren Anteil des Wirkstoffs Artemisinin zu erhalten und man hatte gute Erfolge erzielt.
So wäre ein natürliches gut wirksames Mittel gegen Malaria besonders in Afrika einsetzbar, da die zur Zeit gängigen Arzneistoffe schon hohe Resistenzen aufweisen. Natürlich versucht man den Wirkstoff synthetisch herzustellen; warten wir ab wie die Studien aussehen werden.

Conrad Kasten

Bärlauch - Allium ursinum

Hexenzwiebel, Waldknoblauch, Zigeunerzwiebel gehört zur Familie der Liliengewächse.
Die Pflanze entspringt aus einer kleinen länglichen Zwiebel und wird bis zu 25cm hoch, sie hat grundständige lanzettliche Blätter. Die Blütezeit ist von April bis Juni. Die Blüte ist eine weisse Scheindolde in schöner kugeliger Form. Wenn man die Pflanze zwischen den Fingern zerreibt erhält man einen lauchartigen Geruch. Barlach wächst an feuchten und schattigen Stellen.
Inhaltsstoffe sind Flavonoide, Lauchöl Vitamin C.
Die Verwendung ist vielseitig zum Beispiel als Gewürz in Suppen, Salaten und Gemüse, auch in Weichkäse und Quark.
Der Geschmack ist wie bei Knoblauch angenehm pikant.
In der Volksmedizin wird Bärlauch gegen Arteriosklerose und als blutdrucksenkendes Mittel angewandt.
Die Blätter sind von ungeübten Pflanzenkennern mit Maiglöckchen und Herbstzeitlosenblättern leicht zu verwechseln; beide sind giftig.
Es kommen jedes Jahr immer wieder Todesfälle vor!

Conrad Kasten

Gelber Enzian - Gentiana lutea

Pflanzenfamilie: Enziangewächse
Botanische Schilderung: Der gelbe Enzian galt schon in der Volksheilkunde als eine der wichtigsten Heilpflanzen. Moderne Untersuchungen haben bestätigt, daß der gelbe Enzian über Wirkstoffe verfügt, die ihn als wertvolles Arzneimittel ausweisen. Die Pflanze selbst ist mehrjährig. Die bis zu 150 cm hohen Stengel wachsen aus einer Blattrosette. Die Blätter sind rundlich-oval, auffallend groß und von deutlich abgehobenen Blattadern durchzogen. Die gelborangen Blüten setzen sich in den Blattachseln zu Dolden zusammen, die aus 8-10 einzelnen Blüten bestehen. In Mittel- und Südeuropa ist der gelbe Enzian auf Wiesen, Weiden und Schutthalden zu finden. Auf kalkhaltigen Böden fühlt er sich am wohlsten.

Blütezeit: Juli und August

Verwendete Pflanzenteile: Der kräftige Wurzelstock des gelben Enzians verdient aus heilkundlicher Sicht besondere Aufmerksamkeit, da er verschiedene heilaktive Stoffe enthält. Aus Naturschutzgründen wird der gelbe Enzian für Heilzwecke angebaut, so daß niemand befürchten muß, bei seiner Verwendung gegen den Naturschutz zu verstoßen.
Inhaltsstoffe: Bitterstoffe und Zucker

Heilwirkung und Anwendung: In der Wurzel enthaltene Bitterstoffe bewirken beim menschlichen Organismus eine Steigerung der Sekretion von Gallen- und Magensäften. Demzufolge hilft dieses Arzneimittel bei Verdauungsbeschwerden, Übelkeit, Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit. Überdies gilt der gelbe Enzian als empfehlenswertes Stärkungsmittel nach überstandener Krankheit. Außerdem ist der Wirkstoff Gentiopikrosid dafür verantwortlich, daß die Wurzel des gelben Enzians auch fiebersenkend wirkt (Malaria). Hierfür kann der pflanzliche Rohstoff in Rotwein angesetzt werden (Verhältnis 5:100 - für eine Woche). Von dieser Weintinktur nimmt man täglich ein kleines Glas zu sich.

Neben- und Wechselwirkungen, Gegenanzeigen: Sind nicht bekannt.

Buchweizen - Fagopyrum esculentum

Buchweizen gehört zur Familie der Knöterichgewächse. Es ist einjähriges Kraut das bis zum 60cm hoch werden kann. Am Stengel wachsen herzförmige und kurzgestielte Blätter. In den Blattachsen entspringen rippenförmige weiße Blütenstände, die von Juni bis September heranwachsen.
Buchweizen kommt ursprünglich aus Asien und ist schon seit dem Mittelalter bei uns heimisch. Die Früchte werden als Getreideersatz genommen, der Vorteil ist, sie enthalten kein Gluten und besitzen hochwertiges Eiweiß, Vitamine und Mineralien.
Inhaltsstoffe und Anwendung: Im Kraut und in den Früchten ist ein hoher Anteil von Flavone insbesondere Rutin enthalten. So wird Buchweizen bei Venenschwäche und Krampfadern mit Erfolg eingesetzt.
In der österreichischen Küche wird das ganze Samen zum sogenannten "Sterz" verarbeitet, ein nahrhaftes und gesundes Gericht.
In der russischen Küche findet man Buchweizen bei den bekannten Plinis.

Conrad Kasten

Isländisch Moos - Cetraria islandica

Isländisch Moos: Volkstümliche Namen sind Rentnerflechte, Fiebermoos, Purgiermoos.
Die Pflanze wird zwar als Moos bezeichnet, ist aber botanisch korrekt eine Flechte also ein Pilz der mit einer Alge in Symbiose lebt. Sie ist etwa 4-10 cm hoch und hat geweihartige Triebe von olivfarbiger Farbe. Das Vorkommen ist in gebirgigen Gegenden wie Fichtelgebirge, Bayrischer Wald oder nördlich in Skandinavien. Die Ernte der Pflanze erfolgt im Herbst und wird schonend getrocknet.
Die Inhaltsstoffe sind hauptsächlich Schleime, sowie antibiotisch wirkende Flechtensäuren. Hieraus ergibt sich die Anwendung bei Reizhusten und bei entzündeten Schleimhäuten, so also bei Magen- und Darmbeschwerden.

E. Conrad Kasten

Echtes Johanniskraut - Hypericum perforatum
Johanniskrautgewächse - Hypericaceae

Ausdauernde, bis 1 m hohe Pflanze. Stengel aufrecht, oben verzweigt, markig, rund, mit 2 erhabenen Längsleisten. Blätter gegenständig, elliptisch, mit zahlreichen durchscheinenden Punkten. Blütenstand doldenartig. Blüten leuchtend gelb; Kronblätter 5, mit dunklen, drüsigen Punkten; Kelchblätter lanzettlich zugespitzt; Blüten färben beim Zerreiben dunkelrot. Blütezeit: Juni bis August.
Wächst an trockenen, warmen Wegrändern, Waldrändern, an Gebüschsäumen, auf lichten Waldwiesen und auf Brachflächen.
Fast ganz Europa, Westasien.
Ätherisches Öl, Gerbstoffe, Flavonoide. Der wichtigste Inhaltsstoff ist das Hypericin.
Geerntet wird das blühende Kraut. Man schneidet die oberen, nicht verholzten Teile ab und hängt sie gebündelt an einem schattigen Ort auf.
Schon Dioskurides erwähnt vier verschiedene Johanniskrautarten. Mit
Honigwasser getrunken, sollen sie gegen Ischias helfen, und als Umschlag empfiehlt er sie gegen Brandwunden. Die mittelalterlichen Kräuterbuchautoren schätzen die Heilkraft des Johanniskrauts sehr und verwenden es gegen zahlreiche Beschwerden. Paracelsus drückt das mit trefflichen Worten aus: "Seine Tugend kann gar nicht beschrieben werden, wie groß sie eigentlich ist und gemacht werden kann ... ist nicht möglich, daß eine bessere Arznei für Wunden in allen Ländern gefunden wird."
In der Volksmedizin zählte das Johanniskraut zu den beliebtesten und bekanntesten Heilpflanzen. "Blutkraut" oder "Wundkraut" wurde es auch genannt und fand Verwendung bei innerlichen und äußerlichen Wunden. Bei Blutspeien, Ruhr, Hieb-und Stichwunden, Brandwunden und Geschwüren machte man es sich zunutze. Einreibungen mit Johanniskrautöl waren sehr gebräuchlich bei Hexenschuß, Gicht, Rheumatismus, Verrenkungen und bei Nervenschmerzen. Das Johanniskraut galt aber auch als eine gute "Frauenpflanze". Volkstümliche Namen wie "Maria Bettstroh", "Liebfrauenbettstroh" deuten darauf hin. Es wurde bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt

Bohnenkraut - Satureja Hortensis

Bohnenkraut gehört zur Familie der Rabiaten- auch Weinkraut,Pfefferkraut oder Wurstkraut genannt. Es ist ein 30 bis 40 cm hohes Kraut, das stark verästelt ist, mit lanzettlichen Blättern und in den Blattachsen sitzen kleine weiße Blüten.
Das Ursprungsland ist wahrscheinlich die Gegend um das Schwarze Meer und das östliche Mittelmeer.
Mönche brachten die Gewürzpflanze in unsere Region. Inhaltsstoffe sind ätherische Öle, Bitterstoffe und
Phenole. Eingesetzt wird Bohnenkraut bei Blähungen und Appetitlosigkeit. Hauptsächlich aber wird die Pflanze
als Gewürz in der Küche eingesetzt bei deftiger Hausmannskost .

Guten Appetit !!

C.Kasten

Eisenkraut - Verbena officinalis

Pflanzenfamilie: EisenkrautgewächseBotanische Schilderung: Eine Pflanze, die der Volkskunde mit Namen wie Opferkraut, Druidenkraut, Sagenkraut, Katzenblutkraut oder Wundkraut versehen hat, gehört in aller Rage auch zur Familie der Heilpflanzen. Die wirksamen Stoffe des Ee senkrauts sind bereits seit der Antike bekannt.
Die kantigen Stengel dieser Heilpflanze sind verzweigt und etwa einen halben Meter hoch.
Blütezeit: Juli und August

Verwendete Pflanzenteile: Die blühenden Sproßspitzen enthalten eine ganze Reihe von Wirkstoffen, die das Eisenkraut zu einem wertvollen Rohstoff verschiedener Arzneimittel machen.
Inhaltsstoffe: lridoidglykoside und Kaffeesäurederivate (Verbascosid)
Heilwirkung und Anwendung: Die Wirkungspalette des Eisenkrauts ist ausgesprochen breit. Sie umfaßt appetitanregende und verdauungsfördernde Substanzen ebenso wie fiebersenkende Stoffe, die auch bei rheumatischen Beschwerden empfohlen werden. Für diese Anwendungsbereiche kann der pflanzliche Rohstoff aufgegossen werden (Verhältnis 3:100). Zwei kleine Tassen täglich reichen aus. Außerdem wird die äußerliche Anwendung des Eisenkrauts in die engere Wahl gezogen, wenn entzündete Hautpartien, Prellungen, Quetschungen, neuralgische Beschwerden und entzündete Schleimhäute behandelt werden sollen. Dabei kann ein etwas stärkerer Aufguß (Verhältnis 5:100) für Waschungen und Spülungen verwendet werden.
Neben- und Wechselwirkungen, Gegenanzeigen: Sind nicht bekannt.

Dr. D. Volkmer

Löffelkraut - Cochlearia officinalis

Löffelkraut (Cochlearia officinalis) ist eine mehrjährige Staude, die 15 bis 30cm hoch werden kann. Sie ist eine saftige Pflanze in allen Teilen vom Stengel bis in die herzförmigen Blätter. Die weissen Blüten sind endständig und erscheinen von Mai bis Juni. Löffelkraut ist eine typische Salzpflanze, die besonders an Nord- und Ostsee anzutreffen ist.
Inhaltsstoffe: Isocyanate, Senfölglycoside, Bitterstoffe, Mineralien und
Vitamin C.
Verwendung: Das besonders im Frühling gesammelte Kraut wird gern in Salate gemischt um dem Körper Vitamin C und Galle anregende Stoffe zuzuführen. Auch wird gern bei Appetitlosigkeit eingesetzt.

Conrad Kasten

Kümmel (Kümmelfrüchte) Carum Carvi

Volkstümliche Namen: Feldkümmel, Wiesenkümmel, Kümmich

Verwendete Pflanzenteile: Die reifen Früchte und das aus ihnen hergestellte ätherische Öl

Anwendung
Innerlich: Meist in Form der ganzen Kümmelfrüchte gegen Blähungen, Völlegefühl, Dyspepsie und Krämpfe im Magen-Darmbereich.
Zur Verdauungsförderung und Appetitanregung. Als Gewürz und Aromaticum in der Bäckerei und in der Likör- und Branntweinindustrie. Im hessischen Bereich setzt man dem Handkäs oft noch Kümmel hinzu.


D. Volkmer

Artischocke - Cynara scolymus

Bitterstoffe, die vor allein pflanzlichen Produkten vorkommen, stimulieren die Sekretion der Verdauungssäfte. Die Aufnahme von Nährstoffen und die gesamte Verdauungstätigkeit werden dadurch angeregt. Zu den verdauungsfördernden Nahrungsmitteln zählen alle Salate mit einer leicht bitteren Note wie Chicorée und Endiviensalat sowie auch Artischocken.
Die Artischocke ist eine Delikatesse. Zum Verzehr eignen sich die fleischigen Blätter und der Blütenboden. Man geniesst Artischocken mit Dips oder einer Vinaigrette.
Der in der Artischocke enthaltene Bitterstoff Cynarin beruhigt die Magenschleimhaut, hilft der Leber und schützt die Gallenblase. Er verursacht den mild herben bis angenehm bitteren Geschmack. Vorteilhaft ist die Artischocke bei Verdauungs- und Stoffwechselstörungen. Der enthaltene lösliche Ballaststoff Inulin ist vor allem für Diabetiker gut geeignet. Artischocken sind kalorienarm und reich an B-Vitaminen, Vitamin E, Pro-Vitamin A und Mineralstoffen wie Eisen, Calcium, Magnesium und Phosphor.
Extrakte aus Artischockenblättern helfen aufgrund dieser Wirkungen bei mangelndem Appetit, lindern Blähungen und vermindern Völlegefühl – dies insbesondere nach einer fettigen Mahlzeit. Ob die Heilpflanze womöglich vor den Folgen eines zu hohen Cholesterinspiegels schützen kann, etwa einer Arteriosklerose, muss in groß angelegten Studien erst untersucht werden.
Menschen, die auf Artischocke und andere Korbblütler allergisch reagieren, dürfen Artischocken-Extrakte nicht einnehmen. Wer an Gallensteinen oder an einem Verschluss der Gallenwege leidet, sollte auf Artischocke ebenfalls verzichten.

Conrad Kasten

Stieleiche - Quercus robur

Stieleiche, Sommereiche, Loheiche (Quercus robur) ist ein Baum der in Europa weit verbreitet ist und bis 100m hoch werden kann. Die Borke des Stammes ist rissig, die jüngeren Zweige sind mit einer ebenen, silbergrauen Rinde bedeckt. Die Blätter der Eiche sind lederartig, umgekehrt eiförmig und tiefbuchtig angelegt.
Diemännlichen Kätzchen hängen schlaff an den unteren Knoten der jungen Triebe, wohingegen die weiblichen Blüten in den oberen Blattwinkeln sitzen.

Officinell ist Cortex Quercus die Eichenrinde. Sie wird gewonnen von nicht zu alten Zweigen, der Geschmack ist bitter und herb, sie enthält Gallusgerbsäuren, Eichengerbsäure und krystallisierbaren Bitterstoff das Quercin. Angewandt wird der Extrakt oder der kalt angesetzte Auszug aus der Rinde bei Hämorrhoiden und bei Erfrierungen der Haut.

An den Blättern entstehen im Sommer durch den Einstich der Gallwespe sogenannte Galläpfel mit einem hohen Gehalt an Gerbstoffen. Früher wurde daraus in Verbindung mit Eisenchlorid und Wasser dunkelblaue Gallustinte hergestellt. Auch bei der traditionellen Herstellung von Leder wurde Eichenrinde in der Gerberlohe gebraucht.

Buchweizen - Fagopyrum esculentum

Buchweizen gehört zu der Familie der Knöterichgewächsen.
Es ist ein einjähriges Kraut das bis zu 60cm hoch werden kann. Am Stengel wachsen herzförmige und kurzgestiele Blätter. In den Blattachsen entspringen rispenförmige weiße Blütenstände, die von Juni bis September heranwachen.
Buchweizen kommt ursprünglich aus Asien und ist schon seit dem Mittelalter bei uns heimisch.
Die Früchte werden als Getreideersatz genommen, der Vorteil ist, sie enthalten kein Gluten und besitzen hochwertiges Eiweiß, Vitamine und Mineralien.
Inhaltsstoffe und Anwendung: Im Kraut und in den Früchten ist ein hoher Anteil von Flavonen insbesondere Rutin enthalten.
So wird Buchweizen bei Venenschwäche und Krampfadern mit Erfolg eingesetzt.
In der österreichischen Küche wird der ganze Samen zu sogenannten "Sterz" verarbeitet, ein nahrhaftes und gesundes Gericht. Auch in der russischen Küche hat der Buchweizens einen Platz.

Conrad Kasten

Bittersüss - Solanum Dulcamara

Bittersüss gehört zur Familie der Solanaceae. Im Volksmund auch als Hundsbeere, Roteierle, Glanzbeere bezeichnet.
Verwendete Teile sind die oberen Stengelteile, lateinisch Stipitis Dulcamara.
Bittersüss ist ein rankender Halbstrauch. Die verzweigten Stengel haben wechselständig angeordnete eiförmige Blätter. Von Juni bis August erscheinen die hübschen violetten Blüten, aus denen im Herbst die auffallenden roten Beeren werden. Die Pflanze wächst an feuchten und meist schattigen Stellen wie Gebüschen und Seeufern.
Inhaltsstoffe: Glycoside, Bitterstoffe, Saponine, Steroidalkaloide und Gerbstoffe.
Bittersüss wird als Salbe oder Extrakt bei Neurodermitis, Schuppenflechte und anderen chronischen Ekzemen angewandt. In der Volksheilkunde nahm man es bei chronischen Katarrhen der Luftwege, Gicht und Rheumatismus.
Aber vorsicht: die Beeren sind giftig und können Erbrechen, Schwindel und Krämpfe verursachen.
Homöopatisch wird Dulcamara bei rheumatischen Beschwerden der Muskeln und Gelenke eingesetzt, die sich bei nasskaltem Wetter verschlimmern.
Bei Blasen-Nierenentzündung ist es ebenfalls ein gutes Mittel.

Eibisch (Althaea officinalis)

Volksname: Schleimwurzel, weisse Pappel, Heilwurz ist eine ausdauernde Staude von etwa einem Meter Höhe. Die gestielten Blätter sind weiß behaart und sind unregelmäßig gekerbt. In ihren Achsen entspringen von Juli bis August die weißen Blüten. Ursprüngliche Heimat ist das östliche Mittelmeer, heute wird sie meist in Kulturen angebaut.
Geerntet wird die gesäuberte Wurzel die sofort und schnell getrocknet wird um sie vor Pilzbefall zu schützen.
Der Hauptwirkstoff ist Schleim und Pektin. Schon im Altertum wurde der Eibisch bei Beschwerden des Magens und Darms eingesetzt um bei Entzündungen die Schleimhäute zu schützen.
Auch im Rachenraum bei Husten und Asthma wurde er gern verwandt, so hieß er auch im Volksmund Schneckensaft.
In meiner Praktikantenzeit in der Apotheke in Süddeutschland wurde Eibischsaft noch häufig hergestellt. Es war ein zeitaufwendiges Verfahren, dass heute durch andere synthetische Mittel ersetzt wurde.

E. Conrad Kasten

Waldbingelkraut - Mercurialis perennis

Waldbingelkraut: volkstümlich auch Wildhanf oder Scheißkraut genannt gehört zur Familie der Euphorbiaceae und wächst als mehrjährige Pflanze in den Wäldern Europas. Der vierkantige Stengel wird bis zu 30cm hoch und hat eiförmig lanzettreiche gekerbte Blätter.
Die unscheinbaren grünlichen Blüten erscheinen von April bis Mai. Die Pflanze vermehrt sich über den im Boden kriechenden Wurzelstock.
Mercurialis nach dem Gott Merkur benannt wurde schon zu Zeiten Hippokrates im fünften vorchristlichen Jahrhundert bei Frauenleiden, besonders bei gestörter Monatsblutung und als Abführmittel eingesetzt. Heute wird die Pflanze nur noch als Salbe bei Verbrennungen und Entzündungen genommen.

Aber auch in der Homöopathie wird MERCURIALIS bei starker Mundtrockenheit (Zunge, Lippen) eingesetzt.
Inhaltsstoffe des Wurzelstockes sind Saponine, Cyanglycoside und ein blauer Farbstoff, insofern kann man daraus die Giftigkeit des frisches Krautes ableiten mit Symptomen heftigen Durchfällen und blutigem Urin.

E. Conrad Kasten

Wiesenschaumkraut - Cardamine pratensis
Volksnamen: Kuckucksblume, Wiesenkresse, Gauchblume

Arzneilich verwendete Pflanzenteile sind das Kraut, frisch oder getrocknet.

Pflanzenbeschreibung: Das Wiesenschaumkraut blüht jetzt im Frühling auf sauren Wiesen und an Wegrändern. Die Blüten können je nach PH-Wert weiß bis leicht rosa aussehen. Die ausdauernde Pflanze wird 20-30cm hoch, hat einen aufrechten Stengel und langgestielte Rosettenblätter. Die Blüten sitzen in einem trugdoldigen Blütenstand zu 8 bis 20 Stück.
Inhaltsstoffe und Anwendung: Wiesenschaumkraut enthält Bitterstoffe, Senfölglykoside und Vitamin C; daher wird die Pflanze im Frühling gerne als Wildsalat genommen. So wie Kresse wirkt sie zur unspezifischen Reiztherapie und regt die Drüsen und Organe wie Leber, Niere und Galle an. Natürlich sollten zu große Mengen vermieden werden und lieber in einem Salatgemisch mit Löwenzahn und anderen Wildkräutern gegessen werden.

E. Conrad Kasten

April 2014

Die Quitte - Cydonia vulgaris
Die Quitte wächst im mittleren und südlichen Europa in Hecken und Wäldern als Strauch oder strauchartiger Baum. Die Blätter sind länglich eiförmig und auf der Unterseite zottig - filzig. Die doldenartigen Blüten erscheinen von Mai bis Juni je nach Standort.
Die 5 Blumenblätter sind verkehrt-eiförmig und haben eine leicht rosa Farbe. Im Herbst erscheinen die runden bis birnenförmigen gelben Früchte, sie haben einen herben sauren Geschmack mit wenig Süsse.
Anwendung und Verwertung: Früher wurde aus dem Samen durch Mazeration Schleim gewonnen der für verschiedene Anwendungen verarbeitet wurde; er enthält Gerbstoffe, fettes Öl und Amygdalin.
In manchen Haushalten wird aus dem Fruchtfleisch noch leckerer Quittengelee hergestellt.


E.Conrad Kasten

Februar 2014

Estragon - Artemisia dracunculus

Pflanzenfamilie: Korbblütler
Botanische Schilderung:
Diese als Küchengewürz auch in unseren Breiten sehr bekannte Pflanze aus der Familie der Korbblütler wächst in einzelnen, stark verästelten Stengeln, die sich zu buschähnlichen Anordnungen zusammenschließen und etwa 1 m hoch werden. Die Blätter des Estragons sind länglich und spitz zulaufend. Die zwischen weiß und grün variierenden Blüten bilden Rispen und tragen in ihrem etwas unscheinbaren Aussehen zu dem zurückhaltenden Erscheinungsbild des Estragons bei. Der Estragon stammt ursprünglich aus dem fernen Osten und wird heute fast überall in Europa kultiviert.
Blütezeit: Juli und August
Verwendete Pflanzenteile: Als Pflanzengut sind beim Estragon die blühenden Sproßspitzen sowie die Blätter anzusehen.
Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Cumarine und Tannine
Heilwirkung und Anwendung:
Wie sein naher Verwandter, der Beifuß, verfügt der Estragon sowohl über verdauungsanregende Komponenten als auch über einen aromatischen Geschmack. Wie einige andere Heilpflanzen hat der Estragon über den Umweg durch die Küche als Heilpflanze Einzug in unser Alltagsgeschehen gehalten. Schon der bewußte Umgang mit diesem Gewürz beugt Verdauungsbeschwerden vor und sorgt weiterhin für typische geschmackliche Akzente. Wenn die Verdauung bereits gestört ist, empfiehlt es sich, das Pflanzengut in 50 %igem Alkohol aufzulösen (5-7 Tage). Von dieser Tinktur stellen 20 Tropfen nach jeder Mahlzeit eine angemessene Dosierung dar.

November 2013
Die Lärche - Larix decidua


Familie der Coniferen
Die Lärche wächst zu einem stattlichen Baum heran, der jetzt im Herbst seine feinen braun-gelben Nadeln verliert. Das Farbenspiel des Laerchenbaumes beginnt im Frühling mit einem zarten lindgrün vermischt mit rötlichen Farbtupfen an den weiblichen Zapfen. Sie sitzen verteilt an den langen geschmeidigen Ästen. Wohingegen die männlichen gelben Kätzchen viel kleiner und unscheinbarer an den Zweigen verteilt sind. Der bis zu 100 m hohe Baum wächst im Gebirge bis kurz an die Baumgrenze heran. Er ist sehr reich an Harzen, die er an verschiedenen Stellen ausschwitzt, es ist die Grundlage des schon früher begehrten venetianischen oder Lärchenterpentin. Dieser ist dickflüssig, durchscheinend und sehr klebrig von scharfem bitteren Geschmack.

So habe ich noch in meiner Praktikantenzeit in der Apotheke Wund- und Heinsalben mit Lärchenterpentin hergestellt, aber auch heute im Zeitalter der Antibiotika hat so eine Salbe eine Berechtigung wie der bekannte Pharmakultur- und Biobauer SEPP HOLZER aus Österreich es in seinen Aufzeichnungen beschreibt.
Auch die Maler der alten Schule verwandten Venetianisches Terpentin gern als Malmittel in der Öl- und Temperamalerei.

In einem alten Kräuterbuch von 1859 habe ich noch folgendes gelesen:
Aus den jungen Blättern schwitzt im Frühjahr ein Zucker aus, in kleinen weissen klebrigen Koernern von terpentinartigen Geruch und suessem Geschmack der als Lärchen-Manna in den Apotheken gehalten wurde (Manna Brigantina seu laricina).

September 2013

Klette - Arctium lappa

Die Klette (Arctium Lappa ) Familie der Compositae ist eine mehrjährige Pflanze die eine Höhe von
1 bis 1,5 m bekommen kann. Der fleischig kräftige Stängel ist oft rot überlaufen und ist reichlich verzweigt. An der Basis der Pflanze sitzen grosse herz-eiförmige Blätter, die auf der Unterseite kräftig
behaart sind. Im oberen Bereich der Stängel sitzen die typischen kugeligen Blütenstände mit borstigen Verlängerungen an deren Ende Widerhaken sitzen. Die Klette besitzt eine dicke fleischige bis zu 60 cm lange und weit verzweigte Wurzel.
Die verwendeten Teile sind die im Herbst ausgegrabenen Wurzeln, diese enthalten Inulin, Schleimstoffe, Gerbstoff, Bitterstoff, Sitosterin und fungizid wirkende Substanzen.
Heilwirkung und Anwendung: Die heutige Hauptanwendung ist das Klettenwurzelöl bei schuppiger Kopfhaut. Hergestellt aus der Wurzel und Olivenöl. Als Hausmittel wurde die Pflanze gern als Blutreinigungsmittel und bei Leber- und Gallestörungen gebraucht.
Auch in Homöopathie als sogenanntes kleines Mittel wird Arctium lappa (D3 bis D12) gegen schuppige Erkrankungen der Kopfhaut angewandt.
In einem alten Kräuterbuch steht:
Die Wurzel gekochet und davon getrunken, treibet den Schweiss und wird wider den Stein und die Ruhr gebrauchet.
Die Wurzel gestossen und mit Schmalz vermischet am Hals übergelegt vertreibt Kröpfe.

Juli 2013

Liebstöckel - Levisticum officinalis

Liebstöckel oder auch Luststecken, Maggikraut, Gichtstock gehört zu den Doldengewächsen und stammt aus Südeuropa. Die Pflanze kann bis zu 2 m groß werden. Aus der Grundachse entspringt ein kahler Stengel der im oberen Bereich verästelt ist. Die unteren Blätter sind langgestielt und haben am Stielgrund eine breite Scheide. Die Blüten am Ende des Stengels sind gelbe Dolden.

Anwendung u. Heilwirkung: Die Blätter werden gern als Gewürz verwandt. Die im Herbst gesammelten Wurzelstöcke werden halbiert getrocknet und als Magentee gern angewandt. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind ätherische Öle, so wird Liebstöckel auch in harntreibenden Teegemischen eingesetzt.

In der Homöopathie wird die D 3 bei Appetitlosigkeit, Blähungen und Magenschmerzen genommen.
In einem alten Kräuterbuch steht: Macht ainen guten Magen und vertreibet die Winde.

E. Conrad Kasten

Juni 2013

Brunnenkresse - Nasturtium officinale

Die Brunnenkresse gehört zur Familie der Cruciferae. Volksnamen sind Bitterkresse, Wassersenf, Bachbitterkraut.
Es ist eine ausdauernde Pflanze mit 20 bis 80cm langen Trieben, die oft in dichten Rasen an Bächen und feuchten Wiesen wächst. Ihre eiförmigen Blätter haben einen scharfen Geschmack und werden gern im Frühjahr in frische Salate gemischt. Die kleinen weißen Blüten erscheinen von April bis Juni.

Inhaltsstoffe und Anwendung: Die Brunnenkresse Senfölglycoside, Bitterstoffe, Eisen, Jod und Vitamin A C D.
So wurde und wird die Pflanze gern bei Stoffwechselstörungen bei Schwächezuständen und bei Lungenleiden, Rheuma, Gicht, Galle-, Leber-, Magen-, Blasen-, und Nierenleiden eigesetzt.

Verschiedene pikante Zubereitungen als frische Beigabe sind Rührei, Suppen und in verschiedenen Weichkäsesorten.

E. Conrad Kasten

Stieleiche , Sommereiche, Loheiche - Quercus robur

Die Stieleiche ist ein Baum der in Europa weit verbreitet ist und bis 100 m hoch werden kann. Die Borke des Stammes ist rissig, die jüngeren Zweige sind in einer ebenen, silbergrauen Rinde bedeckt. Die Blätter der Eiche sind lederartig, umgekehrt eiförmig und tiefbuchtig angelegt. Die männlichen Kätzchen hängen schlaff an den unteren Knoten der jungen Triebe; wohingegen die weiblichen Blüten in den oberen Blattwinkeln sitzen.

Officinell ist Cortex Quercus die Eichenrinde. Sie wird gewonnen von nicht zu alten Zweigen, der Geschmack ist bitter und herb, sie enthält Gallusgerbsäuren, Eichengerbsäure einen krystallisierbaren Bittersoff das Quercin.

Angewandt wird der Extrakt oder der kalt angesetzte Auszug aus der Rinde bei Hämorrhoiden und bei Erfrierungen der Haut.
An den Blättern entstehen im Sommer durch den Einstich der Gallwespe sogenannte Galläpfel mit einem hohen Gehalt an Gerbstoffen. Früher wurde daraus in Verbindung mit Eisenchlorid und Wasser dunkelblaue Gallustinte hergestellt. Auch bei der traditionellen Herstellung von Leder wurde Eichenrinde in der Gerberlohe gebraucht.

Kaffeestrauch - Coffea Arabica

Familie der Rubiceae. Die Heimat der Pflanze ist das heiße Äthiopien in den trockenen Sandgebieten. Es ist ein kleiner Baum von etwa 6m Höhe (in Kulturen niedriger gehalten). Die Blätter sind gestielt, ledrig, länglich und etwa 20cm lang. Die schneeweißen gut duftenden Blüten sitzen in Scheinquirlen und hieraus entwickeln sich die Früchte als Kaffeekirschen zuerst von grün und dann in rot wechselnd.
Die Kaffeebohnen sind in der ganzen Welt ein begehrtes Genussmittel. Sie werden mit verschiedenen Sorten aus diversen Anbaugebieten gemischt und dann geröstet. Durch die unterschiedlichen Röstungszeiten und Röstungstemperaturen bekommen wir die diversen köstlichen Kaffeesorten wie z.B. Mokka, Espresso usw.
Die Hauptinhaltsstoffe sind das zentral anregende COFFEIN, Gerbstoffe, Bitterstoffe und Chlorogensäure (sie ist stark verantwortlich für die nachträgliche Übersäuerung) je länger der aufgebrühte Kaffee aufbewahrt wird desto saurer wird er und damit auch der Konsument.
Zu der anregenden (für manche Menschen fast ein Suchtmittel) Wirkung kommt noch eine starke diuretische Wirkung; darum sollte man wie in guten Kaffeehäusern üblich ist ein großes Glas klares Wasser trinken.
Medizinisch wird die Kaffeekohle als Resorptionsmittel bei Magen-und Darmstörungen eingesetzt, auch dem Einlauf mit Kaffeesud wird eine gute Entgiftungswirkung nachgesagt.
Homöopatisch wird COFFEA bei Schlafstörungen gebraucht.

Stinkmorchel - Phallus impudicus

Die Stinkmorchel (Hexenei, Gichtschwamm) gehört zu den Bauchpilzen und insbesondere zu den Rutenpilzen. Er zählt zwar nicht zu den Blütenpflanzen aber der Pilz passt sehr gut in die Landschaft der jetzigen Jahreszeit ( ich meine nicht unbedingt die politische).
Wenn man in den letzten Wochen durch den Wald ging konnte man oft einen unangenehmen aasartigen Geruch wahrnehmen der von der Stinkmorchel verursacht wurde.
MERKMALE: Im Jugendstadium wächst die Stinkmorchel unterirdisch als gallertige Knolle von Hühnerei- bis Faustgrösse im Waldboden. Aus diesem sogenannten Hexenei oder Teufelsei wächst ein bis zwei Tage der phallusartige Fruchtkörper von 10-20cm Länge an dessen Ende eine fingerhutförmige Kappe sitzt. Diese ist mit einem olivfarbenem Schleim bedeckt der diesen aasartigen Geruch abgibt um Insekten anzulocken, die dann die Sporen verbreiten sollen.
Als "Hexenei" ist der Pilz essbar ansonsten ist er ungeniessbar bis giftig. In früheren Zeiten wurde dem Pilz Wirkungen gegen Gicht zugeschrieben.

Engelsüß, Gemeiner Tüpfelfarn - Polypodium vulgare

Volkstümliche Namen: Erdfarn, Baumfarn, Steinlakritze.
Es ist ein dicht am Boden wachsender Farn mit einem süßlich schmeckenden Wurzelstock.
Sein Vorkommen ist in Wäldern mit Humusböden oder an bemoosten Bäumen.

Inhaltsstoffe und Anwendung: Gerb- und Bitterstoffe sowie Saponine, die den süßlichen Geschmack verursachen.
Engelsüss wurde früher in Bronchialtees und in Leber-Galletees eingesetzt. Heute wird die Pflanze nur noch ganz selten gebraucht.



Kapuzinerkresse - Tropaeolum Maius

Volkstümlicher Name: Salatblume, Gelbes Vögerl.
Die Heimat der Pflanze ist Peru und kam von dort in unsere Gärten.
Die einjährige Kapuzinerkresse hat runde sattgrüne Blätter. Die Blütezeit ist von Mai bis zum Herbst mit wunderschönen orangenen bis roten Blütenkelchen.
Galenische Zubereitungen werden aus der frischen zur Blütezeit gesammelten Pflanze hergestellt.
Inhaltsstoffe sind ätherische Öle wie Benzylsenföl, die eine antibiotische Wirkung haben. Auch sagt man der gesamten Pflanze eine Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte nach. Im Heimatland Peru werden die frischen Blätter schon seit langer Zeit zur Behandlung von infizierten Wunden genommen. Bei uns sind Forschungen aufgenommen worden die Kapuzinerkresse bei Infektionskrankheiten besonders im Bereich der Niere, Harnwege und bei Bronchitis einzusetzen.
In der Gastronomie nimmt man die Pflanze gern in Salaten und als schöne essbare Dekoration.

Pastinak - Pastinaca sativa

Volksnamen: Hirschfrass, Dickröhre, Hammelmöhre, gehört zur Familie der Umbelliferae.
Die Pflanze ist zweijährig und kann bis zu 1 m hoch werden, sie hat eine weiss-gelbe Pfahlwurzel und einen kantig gefurchten Stengel. Die gelben Blütendolden sind von Juli bis August zu sehen. Die Blätter sind fieberschnittig. Wenn man Teile der Pflanze mit den Fingern zerreibt, entsteht ein intensiver aromatischer Geruch. Pastinak wächst häufig an Wegrändern und Gräben.
Inhaltsstoffe: Ätherisches und fettes Öl und in der Wurzel Stärke. In der Volksmedizin wurde Pastinak bei Nieren- und Blasenleiden eingesetzt ebenfalls bei Rheuma und Magenbeschwerden.
In der heutigen Zeit wird die Pflanze, besonders die Früchte zum Würzen von Salaten genommen, auch zum Einmachen von Gurken und Kürbissen. Eine besondere Gartensorte mit einer kräftigen Wurzel wird gern in der Küche als Gemüse in Suppen und dergleichen eingesetzt.

E. Conrad Kasten

Waldbingelkraut - Mercurialis perennis
volkstümlich auch Wildhanf oder Scheißkraut genannt gehört zur Familie der Euphorbiaceae und wächst als mehrjährige Pflanze in den Wäldern Europas. Der vierkantige Stengel wird bis zu 30 cm hoch und hat eiförmig lanzettliche gekerbte Blätter. Die unscheinbaren grünlichen Blüten erscheinen von April bis Mai. Die Pflanze vermehrt sich vorwiegend über den im Boden kriechenden Wurzelstock.
Mercurialis nach dem Gott Mercur benannt wurde schon zu Zeiten Hippokrates im fünften vorchristlichen Jahrhundert bei Frauenleiden, besonders bei gestörter Monatsblutung und als Abführmittel eingesetzt. Heute wird die Pflanze nur noch als Salbe bei Verbrennungen und Entzündungen genommen. Aber auch in der Homöopathie wird Mercurialis bei starkerMundtrockenheit ( Zunge, Lippen) eingesetzt.
Inhaltsstoffe des Wurzelstockes sind Saponine, Cyanglycoside und ein blauer Farbstoff; insofern kann man daraus die Giftigkeit des frischen Krautes ableiten mit Symptomen heftigen Durchfällen und blutigem Urin.

E. Conrad Kasten

Braunwurz - Scrophularia nodosa
Familie der Scrophulariaceae Volksnamen: Skrofel, Nachtgewächs, Feigwurzel.
Die ausdauernde Pflanze hat einen knolligen Wurzelstock, aus dem ein vierkantiger Stengel wächst. Die eiförmigen Blätter sind gegenständig angeordnet. Ihr Vorkommen sind feuchte Gebiete wie Bäche und Wiesen. Die bis zu 1 m gross werdende Pflanze blüht von Juni bis August, ihre bauchig kugeligen an locken Rispen haben eine braungelbe Farbe. Wenn man die frische Braunwurz zwischen den Fingern zerreibt erfährt man einen eigenartigen Geruch.
Geerntet wird die ganze Pflanze mit Rhizom von Juni bis Juli. Ihre Inhaltsstoffe sind Flavonglycoside, Saponine, Alkaloide Hapargoid. Heute wird die Braunwurz nur noch in der Volksmedizin angewandt bei Akne Hautekzemen.
Schon in alten Kräuterbüchern wie das von Leonhard Fuchs und Hieronymus Bock wird sie erwähnt bei Geschwülsten und Drüsenschwellungen.
In der Homöopathie wird Scrophularia nodosa bei Entzündungen der Lymphdrüsen, Ekzemen und Leberleiden eingesetzt.

 

Eibisch ( Althaea officinalis)
Volksname: Schleimwurzel, weisse Pappel, Heilwurz ist eine ausdauernde Staude von etwa einem Meter Hähe. Die gestielten Blätter sind weiß behaart und sind unregelmäßig gekerbt. In ihren Achsen entspringen von Juli bis August die weißen Blüten. Die ursprüngliche Heimat ist das östliche Mittelmeer, heute wird sie meist in Kulturen angebaut. Geerntet wird die gesäuberte Wurzel die sofort und schnell getrocknet wird um sie vor Pilzbefall zu schützen.

Der Hauptwirkstoff ist Schleim und Pektin. Schon im Altertum wurde der Eibisch bei Beschwerden des Magen und Darmes eingesetzt um bei Entzündungen die Schleimhäute zu schützen. Auch im Rachenraum bei Husten und Asthma wurde er gern verwandt, so hieß er auch im Volksmund Schneckensaft. In meiner Praktikantenzeit in der

Apotheke in Süddeutschland wurde Eibischsaft noch häufig hergestellt. Es war ein zeitaufwändiges Verfahren, das heute durch andere synthetische Mittel ersetzt wurde.



Eisblume "Flores gelati officinalis

Eisblume "Flores gelati officinalis" ist eine nur in den kalten Monaten gedeihende spezielle Pflanze, sie ist sehr temperaturempfindlich. Die normalen Pflanzen und Blumen haben bei kalten Temperaturen Probleme im Gegensatz zu den wie Edelstein funkelnden Fensterscheiben (nicht Thermopen) und zaubern wunderschöne Formen hervor. Keine Blume gleicht der anderen, leider lassen sie sich nicht pflücken und konservieren, geschweige denn in eine Vase stellen.
Pharmazeutisch und homöopathisch wird sie nicht verwertet, auch wird die Eisblume in keinem noch so exquisitem Floristikgeschäft zu haben sein.

 

Steinpilz - Boletus edulis

In diesem Monat passend zur herbstlichen Stimmung möchte ich diesen schmackhaften Speisepilz kurz vorstellen. Es gibt etwa 25 Arten essbarer Stein- oder Herrenpilze.
Er wächst in Fichtenwäldern und unter Eichen in einer dichten Pilzmycel. Die für uns sichtbaren Fruchtkörper erscheinen bei feucht warmen Wetter von Juli bis August. Der Hut des Steinpilzes hat eine rehbraune Kappe und auf der Unterseite graue bis gelbe Röhren. Der dicke und fleischige Stiel kann bis zu 15 cm gross werden.
Man könnte ihn höchstens mit dem bitterschmeckenden Gallenröhrling oder dem giftigen Satanspilz verwechseln, der aber einen roten Stiel besitzt.
Der Steinpilz ist auch gut zum Trocknen geeignet und gibt besonders Wildgerichten einen herrlichen Geschmack.

E. Conrad Kasten

August / September 2011

Thymian -Thymus vulgaris

Thymian (Thymus vulgaris) auch Römischer Quendel genannt, gehört zur Familie der Lippenblütler. Der 10 bis 30cm grosse Halbstrauch hat viele aufrechte vierkantige Stengel mit kleinen kurz gestielten elliptischen Blättchen, diese sind auf der Unterseite behaart, oben glatt und am Rand etwas eingerollt. Die rötlich bis violetten Lippenblüten stehen in Ähren. Die ganze Pflanze verbreitet durch ihre Ätherischen Öle einen angenehmen Duft.

Thymian liebt trockene sandige Böden und blüht von Juni bis August.

Verwendete Teile sind die blühenden Stengel die reich an ätherischen Ölen sind, wie Thymol, Carvacrol, Bomeol und Cymol.

Anwendung und Heilwirkung: Gerade Thymol hat eine starke antiseptische Wirkung und so hat das Gemisch der ätherischen Öle eine desinfizierende und krampflösende Wirkung besonders bei Husten und Bronchitis. Auf den Verdauungstrakt wirkt Thymian belebend und die Speisen werden besser verdaut, deshalb wird Thymian auch gern in der Küche als Gewürz eingesetzt besonders bei fetten Gerichten und Fleischeintöpfen.
Auch in der Homöopathie wird es in der Tiefpotenz bei Magen- und Darmbeschwerden gebraucht.
Die alten Ägypter haben wahrscheinlich Thymian in ihren Harzmischungen zur Konservierung der Mumien verwandt.
Über die Alpen kam Thymian im 10. Jahrhundert und wird bei Hildegard von Bingen in ihrer Physika erwähnt.

E. Conrad Kasten

Juli 2011

Kopfsalat - Lactuca sativa


Kopfsalat gehört zur Familie der Compositen ( Korbblütler) und stammt vom Stachellattich ab, einer Pflanze die ursprünglich aus Sibirien kommen soll.
Sie blüht eigentlich von Juni bis August, jedoch lässt man es nicht soweit kommen, denn man erntet den Salat wenn die Pflanze noch im geschlossenen Zustand ist.
Der Name Lactuca beinhaltet das Wort Lac = Milch, denn
beim Entfernen der Blätter tritt an der Stelle eine weisse Milch hervor, wie übrigens bei allen Lattichgewächsen.
Der Beiname sativa = angebaut weist auf eine Kulturpflanze hin. Mittlerweise gibt es eine grosse Variation an
Formen und Farben von glatt bis gekräuselt von grün bis auberginrot.
Man sagt dem Salat nach er würde das Immunsystem stärken, Vitamine und Spurenelemente sind enthalten.
Er gehört wie die Tomate zum Standart einer guten Beilage.
Einige Salatblätter abends genossen sollen sogar guten Schlaf fördern, es könnte ein dem Opium ähnlichen Stoff sein. Auch in der Antike bei Herodot 400 v.C. wurde Lactucarium erwähnt.

Conrad Kasten

Juni 2011

Liebstöckel - Levisticum officinale

Liebstöckel (Levisticum officinale) oder auch Luststecken, Maggikraut, Gichtstock gehört zu den Doldengewächsen und stammt aus Südeuropa. Die Pflanze kann bis zu 2 m gross werden. Aus der Grundachse entspringt ein kahler Stengel der im oberen Bereich verästelt ist. Die unteren Blätter sind langgestielt und haben am Stielgrund eine breite Scheide. Die Blüten am Ende des Stengels sind gelbe Dolden.
Anwendung u. Heilwirkung
Die Blätter werden gern als Gewürz verwandt. Die im Herbst gesammelten Wurzelstöcke werden halbiert getrocknet und als Magentee gern angewandt. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind ätherische Öle, so wird Liebstöckel auch in harntreibenden Teegemischen eingesetzt.
In der Homöopathie wird die D3 bei Appetitlosigkeit, Blähungen und Magenschmerzen genommen.
In einem alten Kräuterbuch steht. Macht einen guten Magen und vertreibet die Winde.

E. Conrad Kasten

Mai 2011

Wiesenschaumkraut - Cardamine pratensis
Volksnamen Kuckucksblume, Wiesenkresse, Gauchblume.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile sind das Kraut, frisch und oder getrocknet.
Pflanzenbeschreibung: Das Wiesenschaumkraut blüht jetzt im Frühling auf sauren Wiesen und an Wegrändern. Die Blüten können je nach PH-Wert weiss bis leicht rosa aussehen. Die ausdauernde Pflanze wird ca. 20 bis 30 cm hoch, hat einen aufrechten Stengel und langgestielte Rosettenblätter. Die Blüten sitzen in einem trugdoldigen Blütenstand zu 8 bis 20 Stück.

Inhaltsstoffe und Anwendung: Wiesenschaumkraut enthält Bitterstoffe, Senfölglykoside und Vitamin C; daher wird die Pflanze im Frühling gern als Wildsalat genommen.
So wie Kresse wirkt sie zur unspezifischen Reiztherapie und regt die Drüsen und Organe wie Leber, Niere und Galle an. Natürlich sollten zu grosse Mengen vermieden werden und lieber in einem Salatgemisch mit Löwenzahn und anderen Wildkräutern gegessen werden.

E. Conrad Kasten

April 2011

Habichtskraut - Hieracium pilosella ( Volksnamen: Mausöhrlein, Felsenblümli)
Familie der Compositae
Habichtskraut ist eine 10 bis 20cm grosse Pflanze. Die lanzettlichen Rosettenblätter sind auf beiden Seiten mit weißen Haaren besetzt. Von Mai bis Oktober entspringt ein blattloser Blütenstengel der nur einziges gelbes Blütenköpfchen trägt.
Vorkommen: Die bescheidene Pflanze wächst auf trockenen Wiesen und lichten Waldstellen, sie liebt sandigen Boden.
Inhaltsstoffe und Wirkung: Gesammelt wird die ganze blühende Pflanze. Ihre Inhaltsstoffe sind Gerb- und Bitterstoffe und Flavonoide. Habichtskraut wird hauptsächlich nur noch in der Volksmedizin genutzt als mildes Mittel gegen Entzündungen im Mund und Rachen, sowie bei Magen- und Darmbeschwerden. Auch als stärkendes Augenwasser wurde es eingesetzt. Man behauptete der Habicht verdanke der Pflanze seine Sehkraft.

E. Conrad Kasten

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