Am Haag 13, 65812 Bad Soden, Tel 06196 - 29919 Fax 06196-643960

 

 

 

Archiv Homöopathie
Hier finden Sie abgelegte Dateien
Die Mittel sind nicht alphabetisch geordnet, sondern nach Eingabe

Chamomilla - Echte Kamille
Chamomilla recutita
Andere Namen: Rauschert oder Mutterkraut
Die Pflanze wächst in Europa und Asien und gilt seit Hippokrates als wichtiges Heilkraut bei Ekzemen, Asthma, Schlaflosigkeit.
Neben Aconitum und Belladonna eines der Hauptmittel bei Kindern:
Bei unruhigen Kindern empfiehlt es sich in der Zahnarztpraxis Chamomilla D30 als Globuli verfügbar zu haben und bei behandlungsunwilligen Kleinkindern ca 30 min. vor Behandlungsbeginn zu geben
. Oft, aber nicht immer lassen sich dann die Kinder besser behandeln.

Hauptindikationen: Asthma, Bronchitis, Diarrhoe, Neuralgien, Zahnschmerzen

Verschlechterung der Symptome bei: Ärger, Zorn, Hitze, kalte Winde
Verbesserung der Symptome bei:Getragenwerden, Fahren, Fasten, feuchtwarmes Wetter

Gebräuchliche Potenzen: D 12, D 30

Hypericum perforatum - Johanniskraut
Johanniskraut (Fam. nat.: Hypericaceae) wird heute weltweit angebaut und dient u.a. zur Behandlung von Nervenschmerzen nach Verletzungen. Desweiteren wird es auch zur Stärkung der Nieren und des Nervensystems verwendet. Auch die Schulmedizin hat es - lange nach der Homoöpathie - gegen leichte bis mittelschwere Depressionen entdeckt.


Hauptindikationen
Depressionen; Neuralgien, Nervenverletzungen, Neuritis, Phantomschmerzen

Gebräuchliche Dosierung
D12, D 30

Modalitäten
Verschlechterung: Verletzung, Anstrengung, Berührung, Bewegung
Verbesserung: Still liegen

Aloe ferox - Aloe

Aloe capensis (Fam. nat.: Liliaceae) kommt aus Afrika und war schon im Altertum als Abführ- und Stärkungsmittel geschätzt. So glaubten die Griechen und Römer, daß Aloe den Gallenfluß anrege und somit Verdauungsstörungen löse. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde Aloe ein weitverbreitetes Abführmittel. Aloe ist ein wichtiges Mittel in Bezug auf den Magen-Darm-Kanal. Leitsymptome sind: Unfreiwilliger Stuhlabgang, große Schwäche nach den Diarrhöen.

Hauptindikationen
Diarrhoe; Enteritis, Hämorrhoiden, Kolitis, Kopfschmerzen, bitterer oder saurer Geschmack im Mund

Geläufige Potenz
D 12

Atropa belladonna - Tollkirsche,
Schlafkirsche, Deadly Nightshade (Fam. nat.: Solanaceae)
Belladonna wächst in den Berggegenden von Europa, Asien und Nordafrika.
Atropin, das tödliche Gift der Tollkirsche, trägt den Namen nach einer der drei griechischen Schicksalsgöttinnen "Atropos", die Unerbittliche. Die Italienerinnen machten sich die pupillenerweiternde Wirkung von Belladonna zunutze und träufelten sich den verdünnten Saft in die Augen; daher auch der Name "schöne Frau".
Wie Aconitum ist Belladonna ein Mittel für plötzlich und stürmisch einsetzende, entzündliche Beschwerden mit Hitze und leuchtender Röte. Leitsymptome sind: pochende, pulsierende oder hämmernde Schmerzen, blasse Lippen, leuchtendrote Zunge, rotes, heißes Gesicht mit kalten Händen und Füßen

Hauptindikationen
Angina, Erysipel, Neuralgien, Pharyngitis, Otiti media, Sonnenbrand, Zahnschmerzen

Verschlechterung: Hitze, Zugluft, Erschütterung, Geräusche, Licht
Verbesserung: Wärme, warme Umschläge, frische Luft

Gebräuchliche Potenzen
D 12, D 30

Ledum palustre - Sumpfporst
Familie Ericeae

Vorkommen: Nördliche Teile von Europa, Asien und Amerika auf Mooren und in Torfsümpfen.
Verwendet werden die getrockneten, jungen Sprossen / Zweigspitzen

Muskel- und Gelenk-Rheumatismus, Gicht, rheumoide Schmerzen,
Infektionen als Folge von punktförmigen Stich- und Bißwunden, z.B. Insektenstiche, Tierbisse. Neigung zu Schleimhautblutungen

Verschlimmerung: Nachts, bei Bettwärme, Bewegung;
Besserung: Kalte Anwendungen

Potenzierungen: D6 oder D12, ein - dreimal täglich

Rhus toxicodendron - Giftsumach
(Toxicodendron quercifolium)
(Fam.: Anacardiaceae)
Rhus tox. wächst in Nordamerika und Europa. Verwendet werden die frischen, jungen Triebe mit Blättern, die einen milchigweißen, hochgiftigen Saft enthalten, der schon bei der leichtesten Berührung der Blätter einen heftigen Ausschlag hervorrufen kann.
Als Heilmittel wurde Rhus toxicodendron im 18. Jahrhundert entdeckt.
J.H. Clarke berichtete über einen Arzt, der beobachtete, wie einer seiner Patienten von einem Herpes am Handgelenk geheilt wurde, nachdem er aus Versehen Giftsumachblätter angefaßt hatte. Homöopathisch wird es bei Hautbeschwerden und rheumatischen Schmerzen verordnet.

Haupt-Beschwerden
Arthritis, Ischialgie, Asthma bronchiale, Bronchitis, Rheumatismus, rheumatoide Beschwerden, Tendovaginitis, Zerrungen

Gebräuchliche Potenzen: D 12, D 30

Modalitäten
Verschlechterung
Ruhe, Kälte, naßkaltes Wetter, Zugluft,

Verbesserung
ständige Bewegung, Lageveränderung, Hitze, Strecken der Glieder, trockenes warmes Wetter

Rhus toxicodendron ist enthalten in
Rhus tox. komplex Tropfen Nestmann
(enthält Rhus tox. D4, Cantaris D 6, Mezereum D 4

TEH 5 Tropfen magnet-activ GmbH
(enthält Berberis, Solanum dulcamara D 3, Ledum palustre, Colchicum autumnale D 4, Toxicodendron quercifolium D3)

Rhus toxicodendron N Synergon Kattwiga
(enthält u.a. Rhus tox. D 12, Dulcamara d 6, Bryonia D 3, Arnica D 2, Phytolacca D 3)

Drosera - Rundblättriger Sonnentau
Drosera rotundifolia
Droseraceae
Ausdauernde, bis 20 cm hohe Pflanze. Stengel aufrecht, dünn. meist rötlich überlaufen. Blätter in grundständiger Rosette, langgestielt; Blattspreite fast kreisrund, bis 10 mm im Durchmesser, oberseits mit roten Fangdrüsen besetzt, unterseits glänzend grün. Blüten weiß. in scheintraubigem Blütenstand. Blütezeit: Juni bis August.
Wächst auf Torfmoospolstern und auf nassen Torfböden.
Eher Mittel- und Nordeuropa, seltener in Südeuropa; Nordamerika, Grönland, Sibirien.
Bestandteile: Flavonoide, ätherisches Öl.
Die Pflanze steht unter Naturschutz, sie darf keinesfalls gesammelt werden.
In der Antike war der Sonnentau ais Heilmittel unbekannt. Die erster Überlieferungen stammen aus dem 13.Jh. Auch die mittelalterlicher Kräuterbuchautoren berichten nur vereinzelt über den Sonnentau. Zu dieser Zeit war er vor allem eine Pflanze der Alchimisten. Sie wollten aus dem "Tau" Gold herstellen.
In der Volksmedizin wurde Sonnentau bei krampfartigen Hustenzuständen, Magenschmerzen, Epilepsie und Schwindsucht verwendet.
Durch neue pharmakologische Untersuchungen konnte ein spasmolytischer, d.h. krampflösender Effekt nachgewiesen werden, wodurch sich die alten, praktischen Erfahrungen bestätigen. Fertigpräparate aus Sonnentau eignen sich besonders gut für krampfartige Hustenanfälle wie z.B. Keuchhusten.

Der "Sonnentau" hat seinen Namen zu Recht, glitzert doch diese Pflanze in du Sonne, als sei sie mit Diamanten besetzt. Das Homöopathikum Drosera wird bei Husten aller Art verschrieben, z. B. Reiz-, Keuch-, Kitzel- und Krampfhusten. Charakteristisch ist der Krampfhusten nachts, mit Schmerzen in der Brust.
* Keuchhusten.
* Krampfhafter Reizhusten nachts, mit Schmerzen hinter dem Brustbein Husten bei Masern. Nächtliche Hustenanfälle mit Brechneigung und Erstickungszuständen.
* Kitzelhusten, sobald der Kopf auf das Kissen gelegt wird.
* Bronchitis. Bronchialasthma.
* Heiserkeit bei Rednern.
Modalität:
Besser: --
Schlechter: Nach Mitternacht, Beim Niederlegen

Cimicifuga racemosa - Wanzenkraut

Schwarze Schlangenwurz (Fam. nat.: Ranunculaceae) wächst in Nordamerika. Cimicifuga ist eine große Pflanze, die im Sommer lange weiße und fedrige Blütenähren treibt. Das homöopathische Mittel wird aus der frischen Wurzel hergestellt.
Verwendet wird Cimicifuga bei gynäkologischen Beschwerden, zur Entwässerung, zur Unterdrückung von Hustenreiz, bei Entzündungen und rheumatischen Schmerzen.

Hauptindikation:
Amenorrhoe; Depression, Dysmenorrhoe; Menorrhagie; Migräne, Prämenstruelles Syndrom

Symptomatik
Nervosität, Kummer, Traurigkeit, Ruhelosigkeit mit Bewegungsdrang, wechselnde Stimmungen, Launenhaftigkeit, Spannungskopfschmerzen vor Einsetzen der Menses, Beschwerden in den Wechseljahren

Gebräuchliche Potenzen
D 12, D 30

Hamamelis virginiana - Virginische Zaubernuss
(Fam. nat.: Hamamelidaceae)

Volkstümliche Namen: Hexenhasel, Zauberhasel
Hamamelis wird in Nordamerika und Europa angebaut.
Hamamelis wirkt zusammenziehend auf das Körpergewebe und wird daher bei erweiterten Venen im Bereich des Enddarms und Afters sowie der Gliedmaßen und bei Frostbeulen verwendet. Hamamelis wird innerlich und äusserlich zur Anwendung gebracht (Hamamelis-Extrakt, Hamamelis-Salbe).


Typische Symptome: Venöse Blutungen (daher sollte Hamamelis D 4 oder D 6 in keine zahnärztlichen Praxis fehlen), Nasenbluten, schmerzende Venen, die geschwollen und entzündet wirken; Krampfadern

Meist verordnete Potenzen: D 4, D 6, D 12

Helleborus niger - Christrose

Christwurz, schwarze Nieswurz (Fam. nat.: Ranunculaceae)
wächst in den Berggebieten Mittel- und Südeuropas. Zur Herstellung der homöopathischen Zubereitung werden die getrockneten, unterirdischen Teile von Helleborus niger verwendet. Helleborus ist ein Mittel bei Schwächezuständen mit absinkender Widerstandskraft und allgemeiner Kreislaufschwäche

Hauptindikationen
Colitis ulcerosa, Demenz, Depression, Migräne,

Symptomatik
u.a. Traurigkeit, Melancholie, Entschlusslosigkeit, Konzentrationsstörungen, Leeregefühle im Kopf, Schweratmigkeit mit Erstickungsgefühl, unruhiger Schlaf

Potenzen
D 12, D 30

Helleborus niger ist u.a. in folgenden Nestmann-Heilmitteln enthalten

Kalmia F kplx.Tropfen (bei Herzrhythmusstörungen, zugleich aber auch klinisch abklären)
Arsenicum album F kplx Tropfen (bei entzündlichen Darmerkrankungen)

Hydrastis canadensis - Kanadische Gelbwurz

Hydrastis canadensis - Kanadische Gelbwurz oder Blutwurzel (Fam. nat.: Ranunculaceae) wächst in Nordamerika. Verwendet wird der getrocknete Wurzelstock.
Die Ureinwohner Nordamerikas gaben die dicke, gelbe Wurzel bei Verdauungsschwäche und Krebs, auch bei Leberbeschwerden, Fieber und Herzproblemen.
So wird es auch in der Homöopathie bei Katarrh der oberen Luftwege, Schwäche der Muskulatur, Verdauungsstörungen verordnet.

Hauptindikationen

Aphthen der Mundhöhle; Gastritis; rheumatoide Schmerzen in Muskeln und Gelenken;
Zahnmedizin: Bei Zahnextraktion mit Eröffnung der Kieferhöhle

Modalitäten
Verschlechterung: Nachts, Berührung, Bewegung; Verbesserung: Ruhe, Wärme, Druck

Komplexmittel
Hydrastis F kplx. 46 Tropfen Nestmann

Zusammensetzung
Hydrastis D 4; Lilium tigrinum D 3; Platinum chloratum D 6, Aletris farinosa D 3, Helonias dioica D 3; Ferrum jodatum D8; Secale cornutum D 4; Ustilago maydis D 4; Arnica D 4; Lamium album D 2

Anwendung
Bei Senkungsbeschwerden

Beachten
Wegen einer Jod-Verbindung: Bei Schilddrüsenerkrankungen Vorsicht. Ebenso bei Allergie gegen Korbblütler (zB Arnica)

Lycopodium clavatum - Bärlapp

Lycopodium clavatum, Bärlapp (Fam. nat.: Lycopodiaceae) wächst in Bergregionen und Wäldern und steht in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter Naturschutz.
Verwendet werden die zerkleinerten, reifen Sporen des Bärlapp. Der Pollenstaub ist hochgradig entflammbar und wasserabweisend, so dass er früher zur Herstellung von Feuerwerkskörpern und zum Überziehen von Drageekernen verwendet wurde, um ein Aneinanderkleben zu vermeiden.

Lycopodium dient in der Homöopathie zur Behandlung von Verdauungsstörungen, bei rechtsseitigen Beschwerden sowie bei emotionalen Beschwerden aufgrund von Unsicherheit, Mißtrauen und latentem Minderwertigkeitsgefühl.

Lycopodium ist in folgendem Mittel enthalten, das recht gut zu obiger Arzneimittel passt:


Acidum phosphoricum komplex Tropfen Nestmann

Zusammensetzung
Acidum phosph. D 3, Cobaltum met. D 8, Lycopodium D 4, Phosphorus D 6, Pinus silvestris D 3, Glonoinum D4

Therapeutische Wirkung
Bei Neurasthenie, Empfindlichkeit gegenüber Genussmitteln, für Menschen mit körperlichen und seelischen Schwächezuständen

Dosierung
2 x tägl 10-15 Tropfen

Euphrasia officinalis - Augentrost
(Fam. nat.: Scrophulariaceae) wächst in Europa und Asien. Verwendet wird die ganze, blühende, frische Pflanze. Diese kleine Wildblume mit ihren weißen, lila oder karminroten Blüten wurde bereits 1305 erstmals als Heilpflanze für die Augen erwähnt. In der Homöopathie wird sie u.a. bei Augenbeschwerden, Augenverletzungen, Heuschnupfen, Allergien und Husten verordnet.

Symptomatik
Schmerzen unter dem Auge, Brennen und Schwellung der Lidränder; Trockenheit der Lider, dazu Licbhtempfindlichkeit, Conjunctivitis, brennender Tränenfluss,

Bevorzugte Potenz: D 12

Komplexmittel
Euphrasia F Komplex Tropfen Nestmann

Zusammensetzung: Euphrasia D 2, Capsicum D 4, Hepar sulf. D 8, Magn. chlöratum D 3. Aloe D 4, Kalium sulf. D 3, Ruta D 3, Spigelia D 4

Indikation: Entzündliche Augenerkrankungen

Dosis: 3 x tägl 10 Tropfen in stillem Wasser

Dulcamara, Solanum dulcamara - Bittersüß

(Fam. nat.: Solanaceae) wächst in Europa und Asien und diente schon den Römern als Heilpflanze für unterschiedliche Beschwerden. Zur Herstellung des homöopathischen Mittels werden die frischen, vor der Blüte gesammelten, jungen Triebe mit Blättern verwendet.
Dulcamara ist angezeigt bei Beschwerden, die durch feuchte Kälte verursacht werden.

Hauptindikationen
Muskel- u. Gelenk-Rheumatismus; Erkältungen, Bronchitis

Modalitäten
Schlechter durch: feuchte Kälte, nachts, extreme Temperaturen
Besser durch: Wärme, Bewegung

Potenzen
D12, D 30

Allium cepa - Cepa, Küchenzwiebel
(Fam. nat.: Liliaceae)
Die Küchenzwiebel kommt ursprünglich aus dem Südwesten Asiens und wird heute überall angebaut.
Die Zwiebel enthält ein ätherisches Öl, das die Tränendrüsen und die Schleimhäute der oberen Luftwege stimuliert - die Augen tränen, die Nase läuft. Dies sind auch die Schlüsselsymptome von Cepa: scharfes Nasensekret, aber milde Tränen. Es dient der Behandlung von Erkältungen und Heuschnupfen. Die Beschwerden beginnen links und wandern nach rechts.

Hauptindikationen
Rhinitis; Conjunktivitis; Heuschnupfen
Typische Symptomatik
Rötung und Brennen der Augen; Leichter Tränenfluß; Lichtempfindlichkeit der Augen; häufiges Niesen; wässrige Nasenabsonderung

Cepa befindet sich in folgenden Komplex-Mitteln:
Luffanest 210 Tabl. Nestmann
Bei: Akute und chronische
Entzündumgen der Nasennebenhöhlen und bei Sinubronchitis.

Dosis: Je nach Stärke der Entzündung 3 - 5 x tägl 1 Tabl

Coffea - Kaffeebohne

Coffea arabica, Kaffee (Fam. nat.: Rubiaceae), die Frucht des Kaffeebaumes, der in Afrika und Mittelamerika wächst. Verwendet werden die von der Samenschale weitgehend befreiten, reifen,getrockneten, ungerösteten Samen von Coffea arabica, deren Bestandteil, das Coffein, zur Schmerzlinderung, Stärkung und Anregung und bei Schlaflosigkeit seine Anwendung findet.

Hauptindikationen
Kopfschmerzen, Migräne, Neuralgien, Schlaflosigkeit, bedingt auch bei Zahnschmerzen, Überempfindlichkeit, Folgen von übermässigem Kaffeegenuss,

Symptomatik
Überempfindlichkeit aller Sinne; Unruhe, Gedankenfülle, Kopfschmerzen (bes. an frischer Luft); Neuralgien im Gesicht, leichter Schlaf (Störung bei geringen Geräuschen)

Besserung der Symptome: Bei Ruhe, Liegen, Schlaf

Übliche Potenzierung: D4, D 12

Komplexmittel
Coffea Komplex Tropfen Nestmann

Zusammensetzung: Coffea D6, Crataegus

Indikation: Unruhe, Herzklopfen, Schlafstörungen, Hypertonie

Cocculus - Anamirta cocculus, Kokkelskörner

Anamirta cocculus, Kokkelskörner (Fam. nat.: Menispermaceae). Man verwendet die reifen, getrockneten Früchte dieser Schlingpflanze, die in Ceylon, Java und Amboina wächst.
Cocculus hat eine starke Wirkung auf das Zentralnervensystem, auf die Gefäßnerven und den Magen-Darm-Kanal.

Hauptindikationen:
Depressionen, Kopfschmerzen, Migräne, Seekrankheit, Nausea, Reisekrankheit, Vertigo

Typische Symptome:
Schwindel mit Übelkeit und Erbrechen, Schwindel beim Autofahren, Schwindel beim Aufrichten im Bett, Migräne mit Übelkeit und Erbrechen, Koordinationsstörungen, Wanken beim Gehen,

Ursachen: Ärger, Geräusche, Fahren im Auto, See- oder Reisekrankheit, Mangel an Schlaf

Gebräuchliche Potenzen: D 12, D 30

Komplexmittel
Cocculus F Komplex Tropfen Nestmann

Zusammensetzung
Cocculus D4, Agaricus D4, Aqua silicata; Belladonna D4, Chamomilla D4, Cuprum D10, Glonoinum D4

Therapie bei:
Schwindelgefühl, zT mit Übelkeit und Erbrechen

Citrullus colocynthis - Koloquinte

Die Koloquinte (Fam. nat.: Curcurbitaceae) wächst in Nordafrika, West- und Südasien. Für die homöopathische Zubereitung wird die reife, geschälte, entkernte Frucht verwendet. Das Fruchtfleisch dieser Kürbisfrucht enthält das harzige Colocynthin, das den Darm reizt und Entzündungen und Krämpfe hervorruft. Das Arzneimittel wird u.a. bei kolikartigen Krämpfen, Verdauungsbeschwerden und neuralgischen Schmerzen verordnet.

Hauptindikationen:
Arthritis; Cholezystitis; Gastroenteritis; Ischialgie; Kopfschmerzen, Lumbago, Neuralgien

Typische Symptomatik
Große Angst und Ruhelosigkeit; Ärgerlich, reizbar, ungeduldig, gerät schnell in Wut,
Empfindlichkeit des Bauches, Kleiderdruck wird nicht ertragen, Übelkeit, Erbrechen, wenn die Bauchschmerzen am stärksten sind

Geläufige Potenzen: D 4, D 12, D 30

Komplexmittel

Colocynthis komplex Tropfen Nestmann

Zusammensetzung: Chamomilla D 4, Colocynthis D 4

Anwendung: Bei Koliken und Krämpfen im Bauchraum, oft ausgelöst durch Stress, Ärger oder Zorn

Dosierung: 2 - 3 x tägl 10 Tropfen

Evtl Vorsicht bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegenüber Kamille

Chamomilla ( Cham. ), Matricaria chamomilla Echte Kamille, Mutterkraut, Mägdeblume, Kummerblume, Apfelkraut
Chamomilla recutita

Fam. nat.: Asteraceae

Echte Kamille ist eine der beliebtesten wild wachsenden alten Heilpflanzen. Ursprünglich stammt sie aus Süd- und Osteuropa und ist heute in fast ganz Europa verbreitet. Bei uns wächst sie an Strassen- und Ackerrändern von Getreidefeldern. Durch den Einsatz von Pestiziden können wir die Echte Kamille nur noch selten finden. Die einjährige Pflanze wird industriell hauptsächlich im Mittelmeerraum angebaut.

Inhaltsstoffe ist das etherische Öl mit alpha-Bisabolol, beta-trans-Farnesen, Dicycloether, Guaian-Derivate und Chamazulen, das aus dem nichtflüchtigen Matricin entsteht. Die Flavonoide Apigenin, Quercetin, Lutein, Rutin. Weitere Verbindungen sind Cumarine Umbelliferon, Aesculetin, Cumarin, Scopoletin und Säuren Methoxyzimtsäure, Anissäure, Kaffeesäure, Vaillinsäure.
Das etherischen Öl wirkt entzündungswidrig und granulationsfördernd. Darüberhinaus hemmt das darin enthaltende alpha-Bisabolol die Pepsinfreisetzung im Magen wodurch die Magen-Darm-Beschwerden gelindert werden.
Die beruhigende, spasmolytische Wirkung und der auf Bakterien und Pilzen wachstumshemmende Effekt wird den Flavonoiden und Cumarinen zugeschrieben wobei die etherischen Öle daran mitbeteiligt sind.
Für die homöopathische Urtinktur wir die frische ganze Pflanze zur Blütezeit geerntet.

Der Name der Kamille ist nicht einheitlich. Beide Namen "Matricaria chamomilla" und "Chamomilla recutita" werden synonym verwendet. "Chamomilla kommt vom griechischen "chamaimelon", das aus "chamai" (niedrig) und "melon" (Apfel) zusammengestzt ist.
"Mutterkraut" - ist vom lateinischen "mater" = Mutter abgleitet.
"Mutterkraut" ist ein alter Name der Kamille in der Volksheilkunde und weist daufhin, dass sie bei Geburten und Erkrankungen im Wochenbett zur Anwendung kam. Den Namen "Apfelkraut" erhielt sie wegen ihres leicht nach frischen Äpfeln riechenden Duftes, "Mägdeblume" weil die Mägde sie gerne zu Kränzen ins Haar banden.
Chamomilla wurde von den Heilkundigen der Antike, im Mittelalter und auch in der heutigen Zeit geschätzt. Sie ist und bleibt wohl das bekannteste und beliebteste Volksheilmittel.
Schon um 1530 schrieb Hieronymus Bock:" ...die chamill ist der doktor recipe eins, es ist bei allen menschen kein gebräuchlicher kraut in der arznei als eben chamillenblumen." In einem alten Kräuterbuch steht: "Chamomill zeigt wunderbarliche Hilfe in den Wunden .... es stillet Schmerzen des Magens und des Darmes".
Auch den Ägyptern war Kamille als Heilpflanze bekannt und sie war eine der 9 heiligen Pflanzen der Kelten.
In der heutigen Kosmetikindustrie wird in Salben, Cremes, Zahnpasta, Haartinkturen (zum blond färben) usw. Kamille verwendet.

Die in der Volksheilkunde gewonnen Erkenntnisse und angewendeten Indikationen wurden in der Arzneimittelprüfung von Hahnemann und später von der medizinischen Wissenschaft fast vollständig bestätigt.
In der Homöopathie gehört Chamomilla zu den wichtigsten Mitteln in der Kinderheilkunde. Bei
Windeldermatitis, Wund liegen, schmerzhaftem Zahnen (oft eine Backe rot, die andere blass), Blähungskoliken und Otitiden ist sie das Heilmittel für aufbrausende, unruhige Kinder.
Chamomilla wirkt vor allem auf das Nervensystem. Durch die Überempfindlichkeit der Sinne besonders des Geruchs, des Gehörs und der Unerträglichkeit von Schmerzen steigert sich der Kranke in eine übergrosse Ungeduld, Reizbarkeit und Wut hinein. Für diese Folgen von Ärger und Zorn, die sich als gastrointestinale Störungen bis hin zu Blähungs- und Gallekoliken zeigen können, ist Chamomilla eines der besten homöopathischen Heilmittel.
Den Chamomilla Schmerztyp hat Hahnemann in seiner "Reinen Arzneimittellehre" wie folgt beschrieben: " ...dass die Chamille-Schmerzen in der Nacht am wütendsten sind und dann oft bis zu einem Grad von Verzweiflung treiben, nicht selten mit einem unablässigen Durste, Hitze und Röte der einen Backe; auch wohl heissem Kopfschweisse, selbst in den Haaren. Die Schmerzen von Chamille deuchten gewöhnlich unerträglich und nicht auszuhalten."
Stiegele schreibt:" Cham. vermag Verkrampfungen in zwei Richtungen zu lösen: beim rein somatischen und beim seelischen Hypertonus."
Zusammengefasst ist das Wesen von Chamomilla geprägt von grosser, ärgerlicher Gereiztheit mit unbeherrschten Launen, die sie gerne an ihrer Umgebung auslassen. Diese nervöse Überempfindlichkeit, Ungeduld und reizbare Schwäche haben meistens Frauen und Kinder.
Durch ihren Schmerzcharakter ist Chamomilla ein Hauptmittel bei Gastralgie und Blähungskoliken, Zahnungbeschwerden auch mit Fieber, schmerzhaften Eingriffen an den Zähnen, prämenstruellem Syndrom und krampfartigen Schmerzen an den ersten Tagen der Periode.
Bis zum Termin beim Zahnarzt kann Cham. bei anfallsweise auftretenden Zahnschmerzen, die durch warme Speisen schlechter werden, hilfreich sein. Gute Erfahrungen habe ich bei Neuralgien und Muskelrheuma - mit dem für Cham. typischen Schmerzen gemacht. Weiter Indikationen sind:
Dysmenorrhoe mit wehenartigen Krämpfen die vom Rücken bis hin zu den Innenseiten der Schenkel ausstrahlen, als Folge von Ärger. Trockener Reizhusten besonders bei Kindern, wenn der Husten durch einen Wutanfall ausgelöst wird ( C 12 bis C 30 ).

Leitsymptome:
Grosse Schmerzüberempfindlichkeit mit Misslaune, ärgerlicher Gereiztheit.
Schmerzen akut, anfallsweise, krampfartig, ziehend, reissend.
Kinder sind unruhig, aufbrausend und wollen umhergetragen werden.

Verschlimmerung durch: Ärger, Zorn
abends und bei Nacht
Kälte
Zugluft
Kaffee

Besserung durch: lokale Wärme (bei Koliken des Abdomens)
herumgetragen werden
beim Fahren

Die Chamomillawirkung ist rasch und flüchtig, daher häufige Gaben!
Dosierung: D 4 - D 6 - D 12 - D 30


Von Karl Heinrich Waggerl fand ich die folgenden Zeilen:

Die Kraft das Weh im Leib zu stillen
verlieh der Schöpfer den Kamillen.
Sie blühn und warten unverzagt
auf jemand den das Bauchweh plagt.
Der Mensch jedoch in seiner Pein
glaubt nicht an das was allgemein
zu haben ist. Er schreit nach Pillen.
Verschon mich, sagt er mit Kamillen,
um Gotteswillen.

Lycopodium (Lycopodium clavatum), Bärlapp, Hexenkraut, Teufelskralle, Drudenfuß, Schlangenmoos, Moosfarn, Wolfsraute

Lycopodium wächst in Europa, Asien, Nordamerika auf leicht trockenen, schattigen Waldböden. Dieses kriechende, den Waldboden oft weithin überziehende Moos steht in Deutschland und Österreich unter Naturschutz. Importiert wird der Bärlapp vor allem aus China und den osteuropäischen Ländern.
Inhaltsstoffe sind Alkaloide (Lycopodin), Fette, Öle, Flavonoide, Aluminium.
In seinem "rohen" Zustand ist Lycopodium fast ohne arzneiliche Wirkung. Die arzneiliche Aufschliessung ist von der sorgfältigen Verreibung abhängig.
Die Urtinktur wird aus den Ende des Sommers gesammelten, getrockneten und sehr sorgfältig verriebenen Sporen hergestellt.
"Lappo" war im Althochdeutschen eine flache Hand. Die weichen Stengelspitzen verglich man mit der Tatze des Bären - so entstand der Name Bärlapp.
Der Name Hexenmehl oder Blitzpulver rührt daher, dass bereits im Mittelalter bekannt war, dass zerriebene Bärlappsporen in ein Feuer gestreut mit leuchtenden Funken verbrennen, bei grösseren Mengen eine helle Stichflamme erzeugen. Die Feuerschlucker
benutzten die ungefährlicheren Bärlappsporen und auch für Theatereffekte wurden sie verwendet. Für die heutige Pyrotechnik wird Bärlapp wegen der reinen Qualität und des hohen Gehaltes seiner Sporen an ätherischen Ölen vorwiegend in China und Nepal grosstechnisch angebaut.
Die Heilwirkung des Bärlapps nutzten schon die Ärzten des 16. Jahrhunderts. Hyronymus Bock gibt eine ausführliche Beschreibung die mit den Indikationen der Arzneimittelprüfung weitgehend übereinstimmt. In der Volksheilkunde wurde das Sporenpulver äusserlich gegen allerlei Hauterkrankungen gegeben, innerlich bei Leberleiden, Harnerkrankungen, Rheuma und Gicht. Das aus den Sporen verriebene feine goldfarbene Pulver wirkte auch als Wundpulver schmerzlindern und kühlend. Die Apotheker überpuderten ihre Pillen damit gegen das Zusammenkleben zum besseren Aussehen. Karl der Grosse liess Bärlapp in den Klostergärten anbauen, was die Entwicklung des Melissengeistes zur Folge hatte. Die Indianer Nordamerikas reinigten mit den Sporen ihre Verletzungen und setzten sie zur Blutstillung ein.

Im Vordergrund der Arzneimittelprüfungen von Lycopodium steht die Wirkung der Leber in ihrer Stoffwechselfunktion (die Gallensekretion ist mangelhaft). Mit der Auswirkung dieser Funktionsstörung, auch an den Nieren, sind sämtliche Teile des Magen-Darm-Kanals mit den angeschlossenen Drüsen betroffen. Das zeigt sich an einer Störung der Sekretion der Schleimhäute und der Anhangsdrüsen sowie an der Motorik des Verdauungskanals. Es bilden sich kleine Geschwüre im Mund, brennen der Schleimhäute im Mund, Speicheldrüsen, Tonsillen und Lymphknoten sind geschwollen. Lycopodium ist ein wichtiges Heilmittel für entzündliche Zustände, besonders wenn diese rechtsseitig sind und sich nach links ausdehnen. Der Magen reagiert mit Heisshunger, ist schon nach wenigen Bissen satt oder Hunger gleich nach dem Essen; viel saures Aufstossen. Der Leib ist durch Gasbildung gebläht, die Taille empfindlich gegen Berührung und Druck der Kleidung. Die Lebergegend ist schmerzhaft in Rechtslage.
Bei Blasen-, Nierenbeckenkatarrh und Steinleiden führt die Ausscheidung von kristallinen Konkrementen zu schmerzhaften Koliken, meist zwischen 16 und 20 Uhr. Der Urin ist scharf, übelriechend und es setzt sich roter Sand ab.
Von grosser Bedeutung ist Lycopodium bei Erkrankrungen des rheumatischen Formenkreises: harnsaure Diathese, die Rechtsseitigkeit der Beschwerden und die Geistes- und Gemütssymptome geben die Hinweise auf Lyc. bei Arthritis, Arthrose und Gicht.
Der Unterleib und die Beine sind in einem Zustand der venösen Stase: das re Bein ist kalt, das linke heiss.

Lycopodium ist ein wichtiges Polychrest und Konstitutionsmittel.
Die Mittelwahl erfolgt hauptsächlich auf Grund der charakteristischen Leitsymptome, die nicht alle vorhanden sein müssen.

Leitsymptome
depressiv, ärgerlich - reizbar, kann keinen Widerspruch vertragen
Minderwertigkeitsgefühl, dadurch übertrieben selbstbewusst, diktatorisch, prahlerisch
gelbliches Hautkolorit
halonierte Augen
frühzeitig ergraute Haare
Druck der Kleidung in der Gürtelgegend ist unerträglich
Heisshunger doch nach wenigen Bissen satt oder Hunger gleich nach dem Essen
Völlegefühl, Blähbauch, Meteorismus
saures Aufstossen, Sodbrennen
starkes Verlangen nach Süssigkeiten
Obstipation
Brennen in der Harnröhre, Harn übelriechend, mit rotem Sand
Koliken zwischen 16 und 20 Uhr
meist chronische Leiden, die zur Abmagerung führen
rechte Seite bevorzugt, oft nach links ausbreitend
ein Fuss warm, der andere Fuss ist kalt

Verschlechterung:
in Ruhe und Wärme, vor allem Bettwärme
in geschlossenen Räumen
in der Zeit von 16 bis 20 Uhr
die Verschlimmerungszeit am Morgen betrifft das Allegemeinbefinden und die Nervenspannkraft

Besserung:
durch kühle frische Luft
durch Bewegung

Dosierung:
D 3 bis D 6
Als Konstituitionsmittel D 30 und höher

Marion Hoffmann

Komplexmittel
Lycopodium ist als Einzelmittel in vielen verschiedenen Präparaten der Firma Nestmann enthalten.
Hier einige der wichtigsten Mittel
Chelidonium F 261 Komplex Tr Nestmann
Bei Erkrankungen und Funktionsstörungen der Gallengänge
Podophyllum 262 Komplex Tr Nestmann (früherer Name:Cholesterinum Komplex)
Unterstützend bei Gallengries und Gallensteinen
Dolichos 264 Komplex Tr Nestmann
Bei Erkrankungen und Funktionsstörungen der Leber
Anisum 103 Komplex Tr Nestmann
Bei rezidivierenden Erkrankungen der Atemwege
Ipecacuanha 104 Komplex Tr Nestmann Bei Atemwegserkrankungen, die mit einem erschöpfenden Husten einhergehen

Cardiospermum Cardiospermum halicacabum
Ballonpflanze, Balllonrebe, Herzsame

Fam. nat.: Sapindaceae

Cardiospermum ist eine schwach giftige, einjährige Kletterpflanze, die aus dem tropischen Afrika stammt aber auch im Indischen Subkontinent heimisch ist. Seit einigen Jahren werden im süddeutschen Raum Arzneipflanzenkulturen angebaut. Als 1 jährige Zimmerpflanze wird sie in den Gartenmärkten angeboten.
Inhaltsstoffe der Pflanze, soweit diese schon bekannt sind:
Saponine, Phytosterole (Halicarsäure), Triterpene, Gerbstoffe, Flavoine, Alkaloide, Terpene.
Die Blätter enthalten dazu cyanogene Glycoside.
Der Hauptbestandteil der Samen ist Öl; 1 1- Eicosensäure und cyanogene Lipide.
In der Urtinktur wurde ein hoher Gehalt an Flavonoiden festgestellt. Diese Flavone und Flavonolglycoside sollen für die Wirkung von Cardiospermum verantwortlich sein.

Zur homöopathischen Aufbereitung werden die frischen oberirdischen Teile zur Blütezeit geerntet.

Schon im 15. / 16. Jahrhundert wurden in Europa einige Arten der Sapindaceae als Ziergewächse gehalten.
Carl von Linné gab in seinem 1753 veröffentlichten "Species Plantarum" Pflanzenarten bionominale Namen die noch heute in der botanischen Nomenklatur üblich sind. So auch der Pflanze Cardiospermum halicacabum, die zur Familie der Sapindaceae - Seifenbaumgewächse ("sapo" = lat. = Seife ) gehört.
Den Namen "Cardiospermum" "Herzsamen"= cardio = giechisch = Herz gab ihr Linné wegen ihrer birnenförmigen Kapselfrüchte, die reif dunkelbraun sind und einen herzförmigen weissen Fleck haben.
"halicacabum" = griech. = Salzfass erhielt sie durch das Aussehen ihrer Früchte, die sich in einer einem aufgeblasenen Ballon ähnlichen Kapsel befinden. Daher der Name "Ballonrebe".

Cardiospermum halicacabum ist ein "junges" homöopathisches Heilmittel. In den siebziger Jahren wird es erstmals bei allergischen Hauterscheinungen eingesetzt. Arzneimittelprüfungen bestätigten die antiallergische, cortisonähnliche Wirkung.

Das Hauptindikation von Cardios-h. sind Entzündungen der Haut mit Juckreiz wie allergische Dermatosen, allergische Rhinitis, Neurodermitis, Urticaria, Psoriasis, auch Ekzeme mit Pruritus.

Leitsymptom ist der juckende Ausschlag.

Dosierung :
oral D 2 bis D 12
Urtinktur auf betroffene Stellen tupfen
Salbe

Marion Hoffmann (Die Adresse von Frau Hoffmann finden Sie unter Redaktion >>>)

Crocus, Crocus sativus - Safran, Herbstkrokus, gelbe Würze, Suppengelb

Fam. nat.: Iridaceae
Die Safranpflanze ist in Vorderasien zu Hause.
Crocus sativus ist die berühmteste von ca. 80 Krokusarten. Sie wird heute im Mittelmeerraum, besonders in Spanien kommerziell angebaut. Auch in der Schweiz, im Walliser Dorf Mund gibt es ein kleines Anbaugebiet. Wer einmal dorthin kommt sollte es nicht versäumen in der dortigen Gastronomie ein Safrangericht zu geniessen oder in der Safranerie "Munder Gold" - einen Safranlikör - zu erstehen. Der erregend bitter-süsse Duft dieses Likörs lässt an den Luxus römischer Kaiserpaläste denken.

Die Narben ( je 3 rote Safranfäden in jeder Blüte ) enthalten das Glycosid Protocrotin das in den Farbstoff Crocin und den Bitterstoff Pikrocrocin zerfällt. Nach längerem Lagern zersetzt sich Pokrocrocin in Safranat und Glycose, die den typischen Geschmack des Safrans ausmachen. Pikrocrocin und Safranal gelten als Sexualstoffe.
Für die hömöopathische Urtinktur werden die getrockneten Narbenschenkel verwendet.

Die Namen Krokus und Safran stammen beide aus Vorderasien. Safran ist vom arabischen "asfar" (gelb) und "safra" = "za`faran" - sei gelb - abgeleitet, Krokus bedeutetauch Faden.

Safran ist das teuerste Gewürz der Welt. Für 1 Kilogramm werden ca. 360.000 Fäden (120.000 Büten ) gebraucht. Als Inbegriff des Kostbaren fand er in den verschiedensten Kulturen Bedeutung.
Die Safranpflanze wird im Orient seit mehr als 3500 Jahren kultiviert. Schon die Phönizier verwendeten Safran und brachten ihn zu den Griechen. In der Mythologie wird von Zeus berichtet, dass er auf einem Bett aus Safran schlief. Auch bei Sophokles und
Euripides findet er Erwähnung. Die Römer bauten die Pflanze zur Zeit der römischen Kaiser an und brachten sie bis nach Frankreich. Sie benutzten Safran als Gewürz-, Duft- und Farbstoff für Speisen, Getränke und Kleidung, und verwendeten Crocus als Arzneimittel gegen verschiedene Krankheiten. Reiche Römer streuten Safranfäden auf ihr Hochzeitsbett.
Dioscurides schreibt, der Safran bringe den Menschen lachender Gestalt um "so man drei Quentle" zusammmen mit Wein einnehme und er verordnete ihn bei krampfartigen Schmerzen. "Safran ist gut dem Miltz, bringt Begierde zur Unkeuschheit, macht wohl harnen, stärket das Herz und macht ein fröhlich Geblüt" steht in einem alten Kräteruch. In der Volksmedizin gab man ihn zur Abtreibung, bei Wunden, Magenproblemen und auch bei der Pest.

Die Toxikologie von Crocus sativus zeigt nach oraler Aufnahme Reizung der Schleimhäute des Magen-Darmkanals, es kommt dort zu Haemorrhagien und zu Uterusblutungen, Schwindel, Berauschung, später auch zu Krämpfen und Delierien. Bei Schwangeren führen Safranabkochungen nach 3 Tagen zum Abort.
In der Arzneimittelprüfung ist zudem ein Einfluss auf die Geistes- und Gemütszustände zu beobachten: Kopfschmerzen, Schwindel mit Kongestionen zum Kopf und Gesicht, ängstliche und traurige Stimmung, Ausbrüchen von Zorn, die wieder bereut werden, Lachen, das schnell in Weinen übergeht, die unwiederstehliche Neigugn zu lachen und zu singen.
In der Homöopathie ist Crocus vor allem ein Frauenmittel: bei Neigung zu Blutungen, bei hyperämischen Kongestionen wenn das Blut dunkle, zähe, schnurartige und klumpige Beschaffenheit hat. So wird Crot. gegen Abortusblutungen, bei Menorrhagien, Metrorrhagien und bei Nasenblutengegeben.

Leitsymptome sind abstossender Geruch aus den Genitalien der Frau, besonder bei der Regel und beim Koitus; die Blutungen
aus Uterus und Nase sind zäh, schnurartig, klumpig und verschlechtern sich bei der kleinssten Bewegung. Kindliche , läppische
Heiterkeit, übernatürliche Lebendigkeit im Wechsel mit Schläfrigkeit und depressiver Verstimmung, Ausbrüche von Zorn alsbald von Reue gefolgt, rasche Stimmungsschwankungen zwischen Heiterkeit und übler Laune.

Verschlechterung: bei heissem Wetter
am frühen Morgen und nachts
Besserung : im Freien
bei geistiger Beschäftigung

Dosierung: D 3 bis D 6
Bei Menorrhagien, die die häufigste Indikation darstellen, soll Crocus sativus ca. 5 Tage vor Regelbeginn bis zum Ende der Menstruation gegeben werden. Nach Stauffer ist die D 6 hilfreich im Klimakterium bei unregelmässigen Blutungen und Hitzewallungen.
Marion Hoffmann

Komplexmittel
Crocus als Einzelmittel ist in folgenden Komplex-Mitteln der Fa. Nestmann enthalten
Phytolacca Komplex Tropfen >>
Arterielle Durchblutungsstörungen, schwache Menstruation
Verbascum F Komplex Tropfen >>
Bei linksseitigen Schmerzen, Stauungen im Kopf, Kopfschmerzen links
Trillium S Tropfen >>
Innere und äussere Blutungen, Blutung nach Zahn-Extraktionen, Blutungen nach operativen Eingriffen. In der Regel bei mehr venösen Blutungen

Berberis vulgaris - gemeine Berberitze, Sauerdorn, Essigbeere, Spiessdorn, Gaissenlaub, Hasenbrot

Fam. nat.: Berberidaceae

Die gemeine Berberitze ist ein 2 bis 3 Meter hoher Strauch der in großen Teilen Europas, Westasiens und in Nordamerika heimisch ist. Er wächst bevorzugt auf kalkhaltigen, trockenen bis mässig feuchten Böden am Waldrand oder auf lichten Auen.
Inhaltstoffe sind Columbamin, Jatrorrhizin, Palmatin, mehrere Isochinolin- und Protoberin-Alkaloide wovon Berberin der Hauptinhalts- und der Hauptwirkstoff ist. Protoberinalkaloide hemmen verschiedene Enzyme und Neurorezeptoren. Sie sind zytotoxisch und wirken gegen Bakterien und Pilze. Berberis- Alkaloide sind blutdrucksenkend und regen die Gallenblasentätigkeit an. Reines Berberin ist antiseptisch und schwach antibiotisch, ausserdem wirkt es beruhigend auf das Zentralnervensystem. Im Orient wird es in oraler Form als intestinales Antiseptikum angewendet.
Die reifen Früchte sind alkaloidfrei und daher essbar. Sie schmecken säuerlich, sind reich an Vitaminen und haben neben einer appetitanregenden eine leicht abführende Wirkung. In Frankreich wird daraus Marmelade gekocht, in orientalischen Ländern werden sie wie Rosinen zum Kochen benutzt.

Für die homöopathische Zubereitung werden nach HAB 1 die getrocknete Rinde der ober- und unterirdischen Teile verwendet.
(Nach HAB 34 die getrocknete Wurzelrinde.
Nach HAB 1 Berberis vulgaris e fructibus sind es die von den Fruchtstielen befreiten ausgereiften Beeren.)

Den Namen "Berberis" oder "Berberitze" sollen die Römer dem Strauch nach seiner Herkunft aus dem Gebiet der Berber gegeben haben. Einer anderen Version nach stammt "Berberis" aus dem Arabischen "berberi" = Muschel, weil die die Blätter wie eine Muschel ausgehöhlt sind.
Im 16. Jahrhundert waren die Bezeichnungen "Saurach" oder "Essigdorn" gebräuchlich, die auch von dem niederländische Arzt und Botaniker Carolus Clusius und von Hieronymus Bock in ihren Schriften benutzt wurden. Der Name "Sauerdorn" bezieht sich auf den sauren Geschmack der Beeren und Blätter und auf die Dornen der Zweige. Der Artname "vulgaris" bedeutet, dass die Pflanze häufig vorkommt.
In die Offizinae eingeführt wurde die Berberitze weil sie früher für die Oxyacantha des Dioskurides gehalten wurde, den die Araber Berberis nannten.
Im Mittelalter verwendete man von Berberis vulgaris vorwiegend die Früchte, die innerlich und äusserlich als Heilmittel in den verschiedensten Aufbereitungen als Medizin hergestellt wurden, wie im Kreuterbuch von 1564 von Lonicerus und im Kreutterbuch von Bock von1565 nachzulesen ist.
Die Wurzelrinde diente nur zum Ausziehen von Pfeilen und Dornen, die Wurzel zum Gelb färben.
In der Volksmedizin wurden die Rinde und die Wurzel als Drainagemittel eingesetzt: zum "Hinausschaffen der Feuchtigkeit".
Nach Kneipp wirkt Berberis vulgaris bei Leberfunktionsstörungen, Gallestauungen und Steinleiden.
Berberis vulgaris hat einen starken Bezug zur harnsauren Diathese:
Durch eine schlechte Stoffwechselfunktion der Leber kommt es zum Harnsäureanstieg im Blut, der zu einer Überlastung der Nieren mit Ausscheidungsprodukten führt.
Berberis fördert die Diurese u n d die vermehrte Ausscheidung der "harnsauren" Stoffe, die Leber und Nieren belasten. Hyperurikämie, Nierengries und Uratsteine sind die Indikationen.
Auch bei Cholelithiasis, Gallengries, Gallenkolik sollte man Berb. zur Ausleitung geben. Rheumatische Sensationen die auf Berberis vulgaris reagieren können in allen Muskeln und Gelenken auftreten, bevorzugt im Lendenwirbelbereich : Lumbago mit in die Beine ausstrahlendem Schmerz und Ziegelmehl im Urin.
Nicht vergessen sollte man Berb. bei Nieren- und Rückenschmerzen mit Zerschlagenheitsgefühl und lähmiger Schwäche.
Leitsymptom: grosse körperliche Schwäche, geistige Abgespanntheit
Nieren- und Rückenschmerzen mit Zerschlagenheit und lähmiger Schwäche
Gelber oder roter Harnsatz
rascher Wechsel der Symptome

Verschlimmerung durch: Stehen, Bewegung, plötzliche Erschütterung

Besserung durch: Ruhe

Dosierung: D 3 bis D 6

Marion Hoffmann

Komplexmittel

Berberis komplex Tropfen Nestmann

Zusammensetzung:
Berberis D 4, Colchicum D 4, Colocynthis D 4, Lobelia inflata D 4, Lycopodium D 4, Acidum oxalicum D 4, Sulfur D 6, Gelsemium D 4, Mandragora D 4, Stilingia silvatica D 4

Anwendung: Bei akuter und chronischer Gicht. Gichtknoten an den Händen. Neigung zu Nierensteinen.
das Mittel dämpft die Bereitschaft zur Auskristallisation sämtlicher Säuren im Körper.

Dosierung: 2 - 3 x tägl 10 Tropfen. Abends ca 30 Tropfen in heissem Wasser.

Euphorbium Volkstümlicher Name Wolfsmilch Kürzel: Euph. keine Synonymbezeichnung

Fam. nat.: Euphorbiaceae

Medizinisch ist Euphorbium resinifera die bekannteste Spezies. Sie wächst im inneren Marokkos und an den Abhängen des Atlas. Die kaktusartige Pflanze wird zur Blütezeit angeritzt und der austretende Milchsaft - Euphorbium officinarum - gesammelt und an der Sonne getrocknet. Die entstehende mattgelbe bis braune Masse wird zu Pulver vermahlen. Sie enthält Euphorbon, das früher als Wirkstoff in blasenziehenden Pflastern und Salben verwendet wurde. Der Staub führt zu heftigem Niesen. Zuerst brennen Haut und die Schleimhäute, Rötung, Entzündung und Blasenbildung folgen. Um nicht an den heftigen entzündlichen Reizungen der Atemwege zu erkranken müssen sich die Arbeiter Mund und Nase zubinden.

Inhaltsstoffe sind Resiniferatoxin, Euphorbon, Harze, Gummi.

Der Milchsaft reizt die Haut und lässt sie schmerzhaft anschwellen. Innerlich eingenommen wirkt er laxierend.
Für die homöopathische Urtinktur wird der erhärtete Milchsaft von Euphorbia resinifera verwendet.
Euphorbium wird umgangssprachlich auch Wolfsmilch genannt. Den Namen Euphorbium soll der König von Mauretanien Juba II. einer von ihm entdeckten Pflanze zu Ehren seines Leibarztes Euphorbos gegeben haben, der er auch, laut Meyers Konversationslexikon, eine kleine Schrift widmete.

Wolfsmilcharten waren schon im frühen Altertum bekannt und wurden medizinisch genutzt. Die von Dioskurides beschriebe Euph. cyparissias scheint unsere heutige Euph. resinifera zu sein. Er empfahl sie als Purgativum und Vomitivum, bei Flechten, Warzen und fressenden Geschwüren. Auch in der Volksmedizin des Mittelalters war sie als Abführ- und Brechmittel beliebt. Sie wurde zum Entfernen von Warzen benutzt und ein Sud mit Wein sollte gegen die Wassersucht helfen. Lonicerus schreibt in seinem Kreuterbuch 1564 dass die Wurzelrinde eine laxierende Wirkung zeigt und sie eine Heilwirkung bei der Wassersucht hat. Das Bestreichen der Warzen mit Wolfsmilch "machet sie hinwegfallen".
Das homöopathisch nicht oft verwendete Mittel beschreibt Stauffer als "ein vorzügliches Heilmittel bei allen heftigen Katarrhen der oberen Luftwege im ersten Stadium".
Schleimiger Fliessschnupfen mit erheblichem Niesreiz und heftigem Jucken, bei Laryngitis, Pharyngitis und Bronchitis mit anhaltendem trockenem Husten der durch Brennen und Kitzelreiz ausgelöst wird sind Indikationen. Auch bei einer allergischen Conjunctivitis mit brennenden, juckenden Empfindungen ohne Absonderungen sollte man an Euph. denken.
Bullöse Dermatitis, Blasen- und Erythembildungen der Haut bei Fieber deuten auf dieses Homöopathikum. Oft ist es auch ein gut wirkendes Mittel bei unerträglichen Metastaseschmerzen oder Schmerzen in der Tumorgegend.

Leitsymptom ist das Brennen
Brennschmerz der entzündeten Schleimhäute, der Haut,
auch brennender Schmerz in der Tumorregion.
Dosierung: D 4 bis D 12
D 3 bei Tumorschmerzen

Marion Hoffmann

Bellis perennis - Gänseblümchen
Massliebchen, Sonnentürchen, Wundkraut, Zeitlose Fam. nat.: Asteraceae ( Bell-p. )

Das Gänseblümchen ist in ganz Europa und Asien heimisch, in Nordamerika und Neuseeland wurde es eingebracht.
Alle Pflanzenteile enthalten Wirkstoffe: Saponine, Gerbstoffe, Bitterstoffe, etherisches Öl, Wachs, Inulin, Apigenin-7 Glycosid Cosmosiin.
Die homöopathische Urtinktur wird aus der frischen ganzen Pflanze mit ihren Wurzeln zur Blütezeit hergestellt.

Der lateinische Name "bellus" heisst "hübsch, schön, fein, nett, artig" und "perennis" = ausdauernd - sie ist die Pflanze mit der längsten Blühdauer (März bis November).
Den Namen "Gänseblümchen" erhielt die Pflanze wohl daher, dass die Gänse auf der Weide gerne die Blüten und Blätter fressen.
Gänseblümchen sind überall zu finden. Sie wachsen an Wegrändern, im Gartenrasen, auf Wiesen und Weiden. Bei feuchter Witterung und des nachts schliessen sich die Blüten um sich bei Sonnenschein zu öffnen und sich nach dem Licht zu drehen. Wenn über die Pflanze hinweggelaufen oder auf ihr herumgetrampelt wird richtet sie sich immer wieder auf.
In der Blumensprache steht das Gänseblümchen für Reinheit und Unschuld.
Kinder lieben die Blüten wie der Reim besagt:

"Kinder kommt und spielt mit mir,
bindet mit mir Kränze,
setzt sie auf, dann tanzen wir
Gänseblümchentänze."

Christian Andersen schrieb "Das Gänseblümchenmärchen".
Auch als "Liebesorakel" werden die Blüten benutzt: "er liebt mich , er liebt mich nicht"... In Goethes Faust zupft Gretchen vermutlich die Blütenblätter des Gänseblümchens aus.
Eine irische Sage erzählt von der Fee Milka die dem Kind des Königs heimlich "Gänseblümchenspeise" zu essen gibt damit es nicht mehr wächst und Harry Potter gibt Gänseblümchenwurzeln in seinen "Schrumpftrank".
Für uns sind die nussig schmeckenden jungen Büten zum Verzehr geeignet: im Salat, auf ein Butterbrot oder man legt die Knospen wie Kapern ein.

Im Mittelalter wurde das Massliebchen in der Volksheilkunde als Wunderheilmittel angesehen für Wunden, Geschwüre, Hauterkrankungen, Schmerzen und Fieber, Atemwegserkrankungen, Beschwerden der Leber, des Magens und des Darmes.
Lonicerus nennt es als Heilmittel für Wunden und Knochenbrüche, die Blüten in Wasser eingelegt gut für die Leber und gegen das Fieber.
Im seinem Kräuterbuch von 1543 empfiehlt L. Fuchs das Massliebchen bei Hüftweh und Kropf, Lonicerus in seinem Kräuterbuch von 1564 das Kraut und die Wurzel als Wundheilmittel, zum Appetit anregen, bei Bauchkrämpfen, Leberentzündung, Cholera und Hautflecken, äusserlich gegen lahme Glieder, Wunden und für Schwitzbäder.
Matthiolus nennt das Massliebchen in seinem New-Kreuterbuch 1626 "ein rechtes Wundkraut".
Im Medicinischen Lexicon von 1755 gibt von Haller Bell-p. für Leber und Nieren und zur Verteilung von geronnenem Blut bei Verwundeten an.
Im 19. Jahrhundert waren nur noch die Blüten offizinell, bis dahin wurden alle Pflanzenteile und die Wurzeln verwendet.

In die Homöopathie wurde Bellis durch den englischen Arzt und Homöopathen Dr. James Compton Burnett (1840 - 1901) eingeführt, der die Indikationen der Volksmedizin übernahm.
Die erste AMP im Selbstversuch machte 1856 Dr. Thomas, der Schriftleiter der Zeitschrift für Klassissche Homöopathie war.
Prof. Dr. Hugo Schulz (1853 - 1932 ) gibt die Verwendung als Expektorans, bei Mastitis und Leberleiden an.
E. Haehl und J. Mezger prüften 1927 über mehrere Monate die D 6, D 2 und die Tinktur.

In der heutigen Homöopathie ist Bellis perennis ein oft eingesetzes, bewährtes Heilmittel bei Beschwerden durch Überanstrengung, Verletzungen infolge von Schlag oder Sturz, Frakturen mit Blutergüssen, Quetschungen, Rippenprellungen, bei Blutungsneigung und hellroten Gebärmutterblutungen, besonders nach Anstrengung. Hier wirkt es auf die Muskelfasern der Blutgefässe. Auch bei Senkungsbeschwerden der weiblichen Genitale und Bauchdeckenschmerzen in der Schwangerschaft hat es sich bewährt. Hier sind jedoch die Leitsymptome und Modalitäten ausschlaggebend. Hautprobleme reagieren oft überraschend gut auf Bellis perennis: papulöse, vesikulöse Exantheme, blutender Herpes labialis, Furunkulose.

Leitsymptome:
Zerschlagenheits- und Wundheitsgefühl im ganzen Körper
Bewegungsdrang mit Besserung bei Bewegung
Blutungsneigung besonders nach Anstrengung
Folgen von kalter Nässe nach Überhitzung
Folgen von Verletzungen und Überanstrengungen

Verschlimmerung:
in der Nacht 2 bis 3 Uhr
morgens beim Erwachen
durch Kälte

Besserung:
durch fortgesetzte Bewegung
reiben massieren
durch Wärme

Cave:
Bei Kopfschmerzen Besserung durch Kälte, Verschlimmerung durch Wärme!

Dosierung: D 2 bis D 6

Äusserlich: Bellis ad usum externum
Für Umschläge 2 Kafeelöffel Tinktur auf ½ Liter Wasser

Marion Hoffmann

Bellis komplex Tropfen Nestmann

Zusammensetzung: Bellis perennis D 2, Euphorbium D 4, Abrotzanum D 2, Borax D 4, Lachesis D 19, Ranunculus bulbosus D 3, Rhus tox D 4, Viola tricolor D 2, Yucca filamentos
a D 2, Hydrocotyle asiatica D 4

Anwendung: Bei bläschen- und blasenbildenden Ekzemen und bei entzündlichen Hauterkrankungen

Dosierung: 2 - 3 x tägl 10 Tropfen. Vorsicht bei Empfindlichkeit auf Giftsumachgewächse (Rhus tox.)

September 2011

Valeriana, Valeriana officinalis, echter Baldrian
Katzenkraut, Augenwurzel, Hexenkraut, Theriakkraut

Fam. nat.: Valerianaceae
Baldrian wächst fast in ganz Europa und in klimatisch gemässigten Zonen Asiens und Amerikas. Zur arzneilichen Verwendung wird er in England, Belgien, Osteuropa und zum Teil auch in Deutschland in Kulturen angebaut.
Inhaltsstoffe sind: Ein ätherisches Öl das hauptsächlich Valerian- und Isovaleriansäue, Bornylacetat u. Bornylester und Sesquiterpene wie Valeranon, Valerenol , Valerenal enthält und die Alkaloide Valerianin, Actinidin, Baldrianhauptalkaloid. Ferner Valepotriate, Valerensäuren, Phenolcarbonsäuren u.a.

Für die homöopathische Zubereitung werden die getrockneten unterirdischen Teile - Wurzel, Wurzelstock und Ausläufer - verwendet.

Baldrian ist eine Arzneipflanze mit langer Tradition. Schon der Name zeigt eine vielfältige Deutung der Abstammung. Zum Einen
soll er sich von der römischen Provinz Valeria (zwischen Donau und Drau) herleiten oder vom lateinischen "valere" = kräftig, gesund abgeleitet sein. Auch der Lichtgott Baldur wird mit Baldrian in Verbindung gebracht. Der Name Theriak deutet darauf hin, dass er ein wichtiger Bestandteil des Wundermittels Theriak war, das im Mittelalter gegen Seuchen ung Vergiftungen verabreicht wurde. Bei den griechischen und römischen Ärzten des Alterums war er unter dem Namen Phu bekannt und wurde als menstruationsförderndes und harntreibendes Mittel eingesetzt. Im Mittelalter wurde er als ein vor Pest und Syphilis schütztendes Kraut angesehen ("Trinkt Baldrian und ihr kommt alle davon" - angelsächsischer Trinkspruch ) und für Reinigungsräucherungen benutzt. Es sollte vor Hexen und Unholden schützen, wenn man einen Zweig von Baldrian bei sich trug. Auch war er ein allgemein geschätztes Augenmittel: man könne des "nachts so scharf wie eine Katze sehen", wenn man nur häufig genug die Augen mit Baldrianwasser einriebe. Die heutige Nutzung von Valeriana wurde erst in neuerer Zeit erkannt.
Wer den Namen Baldrian hört, denkt zuerst an seinen Geruch. Er ist ein Wurzeldufter - der charakteristische, durchdringende Geruch tritt erst beim Trocknen und Schneiden der Droge auf, den Blütenduft nehmen nur die Katzen wahr, die sich mit Wonne schreiend darin wälzen.

Valeriana wirkt stark auf die Nerven: auflösend, nervenerregend und umstimmend. So wird er gern gegeben bei Neurasthenie und Hysterie, Schlaflosigkeit, Neigung zu Krämpfen und Ohnmachten, Migräne, Neuralgien, Blähsucht mit Krämpfen im Leib, nervöser Dyspepsie, nervöser Unruhe, Gobus hystericus (selbst wenn Ignatia, Lachesis und Asa foet. versagten).

Leitsymptome:
sind Unruhe und Gedankenflucht; Überempfindlichkeit aller Sinne; Schlaflosigkeit infolge innerer Unruhe; Muskel und Nervenschmerzen besser durch Bewegung; ruckartige Gliederschmerzen oder wie von elektrischen Schlägen; bei dem geringsten Schmerz Neigung zu Ohnmachtszuständen; Globusgefühl.

Besserung: durch Bewegung
durch Beschäftigung

Verschlimmerung : durch Stehen
durch Sitzen und Ruhe
nach Anstrengung

Dosierung: D 2 bis D 6
Valeriana ist ein rasch und kurz wirkendes Mittel es sind deshalb niedere Potenzen mit öfteren Widerholungen angezeigt.

Marion Hoffmann

Komplexmittel
Valeriana ist in folgenden Komplex-Mitteln der Fa. Nestmann enthalten, die eine ähnliche Wirkrichtung wie Valeriana selbst haben:
Tussilago F komplex Tr Tropfen Nestmann (Reizhusten), Ignatia F komplex Tropfen (Unruhezustände, Reizbarkeit), Lobelia F Komplex Tropfen (Spasmophilie, Sympathikotonie)

Juli / August 2011

Convallaria - Convallaria majalis Maiglöckchen
Maiglöckchen (Familie: Liliaceae) wächst wild in Europa, Asien und Nordamerika in schattigen Laub- und MIschwäldern Als Zierpflanze finden wir es in vielen unserer Gärten.
lnhaltsstoffe in allen Teilen der Pflanze sind die digitalisähnlichen Gtykoside Canvallatoxin und Convallosid Sie werden im Magen - Darmtrakt nur schlecht resorbiert, so dass die Vergiftungsgefahr bei oraler Aufnahme gering ist.
Für die homöopathische Urtinktur werden die frischen oberirdischen Teile zur Blütezeit (Mai -Juni) verwendet. Als alte Kulturpflanze gilt das Maiglöckchen als Liebes - und Glückssymbol. In Brautsträussen sollten deshalb immer Malglöckchen stecken die "innige Liebe° ausdrücken. Das Grün der Blätter steht für Hoffnung, das Weiss der Blüten für Reinheit. Eine Legende besagt, dass das Maiglöckchen dort entsprungen ist wo Maria neben dem Kreuz Ihre Tränen vergoss. So entstanden auch die anderen Namen wie Marientränen, Marienglöckchen. Das Maiglöckchen gehört zu den "Marienblumen" und ist ein christliches Symbol der "reinen Liebe". Wer Maiglöckchen am 1. Mai bei sich trägt, soll das ganze Jahr über Glück haben. In Frankreich gibt es heute hoch den Brauch am "lMaiglöckchentag" (jour de muguet) kleine Maiglöckchensträusse als Glücksbringer zu verkaufen.
Im 16. Jahrhundert wird das erste Mal über die Wirkung des Malglöckchens in den alten Kräuterbüchern berichtet Oft wird es dort als "Lilie der Täler" benannt, der Gattungsname Canvallaria stammt vom lateinischen "convallis" und bedeutet Talkessel. In der Volksmedizin wurde es gegen Herzleiden mit Wassersucht gebraucht. Hieronymus Bock empfiehlt die "Meyenblume" bei Schwindel, Fallsucht, bei Augenleiden und als Herzstärkungsmittel. Als der Schnupftabak noch gross in Mode war wurden die getrockneten Blüten und Stengei ein Bestandteil des "Schneeberger Schnupftabaks". Man glaubte, dass mit dem Niesen schädliche Stoffe aus dem Körper ausgeschieden wurden.
Heute ist das Maiglöckchen ein beliebter Bestandteil der zahlreichen herzstärkenden und diuretischen Komplexmittel, auch der Schulmedizin, geworden.
!n der Homöopathie hat es sich bei nervösen Herzstörungen oft bewährt. Convaftaria hat eine grosse therapeutische Breite und ist nicht selten auch im Grenzgebiet organischer und nervöser Störungen angezeigt wie z.B. bei infekiösen und toxischen Herzneurosen, Herzinsuffizienz besonders mit bradycarder Herdtätigkeit, Dekompensation mit Oedemen.

Leitsymptome:
Viel Schläfrigkeit am Tage
Viele Symptome sind mit Schläfrigkeit verbunden
erwachen nachts mit Ruhelosigkeit
Gefühl als ob das Herz aufhöre re zu schlagen und plötzlich wieder einsetze
Herzbeschwerden sobald man etwas vorhat
8esserung:
durch Aufenthalt an frischer Luft
Dosierung D4 - D 6

Marion Hoffmann

(Die Adresse von Frau Hoffmann finden Sie unter Redaktion >>> )

Komplexmittel
Convallaria S Tropfen Nestmann

Zusammensetzung
Adonis vernalis D 4, Cactus D 4, Valeriana D 3, Strophantus D 6, Convallaria majalis D 4, Crataegus D 4, Tabacum D 4

Therapeutische Anwendung
Vegetativ-funktionelle Herzbeschwerden; beginnende Herzleistungsschwäche, Altersherz

Dosierung
3 x tägl 10-15 Tr zwischen den Mahlzeiten. Das Mittel enthält 52% Alkohol, daher ist ein Einnehmen in stillem Wasser wichtig

Juni 2011

Petroselinum, Petroselinum crispum, Krause Blattpetersilie, Peterchen, Peterlein, Stehsalat, Geilwurz, Bockskraut, Bittersilche (Fam.nat. Umbelliferae)

Petroselinum setzt sich aus dem griechischen „petros“ (Felsen) und „selinon“ (Sellerie) zusammen. In der Übersetzung von Homers Odyssee ist „selinon“ mit „wilder Petersilie“ übersetzt, die die Insel Ogygia der Nymphe Kalypso mit einem Teppich überdeckt.

Die Petersilie ist in der westlichen Küche eines der bekanntesten und am häufigsten verwendeten Küchenkräuter. Sie stammt ursprünglich aus dem mediterranen Raum, vermutlich aus Griechenland. Mit dem Anbau in den Klöstern und kaiserlichen Gärten des Heiligen Römischen Reiches durch die Landgüterverodnung „Capitulare de villis“ Karl des Grossen wurde sie in den nördlichen Breiten bekannt und beliebt.

Für die Urtinktur wird die frische Pflanze mit der Wurzel zu Beginn der Blüte gesammelt.

Inhaltstoffe aller Pflanzenteile sind ätherisches Öl mit den Bestandteilen Myristicin, Apiol (Petersilienkampfer), Allytetramethoxybenzol; Flavonoide und Cumarine. Die Blättern enthalten dazu die Mineralstoffe Eisen, Kalium, Kalzium, Mangan (Petros. ist die manganreichste Pflanze) und Phosphor, die Vitamine A, B, viel C, E, ; Karotin und Schleimstoffe; Melatonin; Kieselsäure; Apigenin.

Apiol ruft vasculäre Kongestionen hervor und bewirkt gesteigerte Kontraktilität der glatten Muskelfasern von Blase, Darm und besonders des Uterus und wird als Emmenagogum bei schwacher oder ausbleibender Menstruation sowie als Abortivum verwendet. Bei Männern steigert es die sexuelle Erregung.

Schon in der Antike wurde wurde die Petersilie als Arzneipflanze verwendet. Dioskurides schätzte sie ebenso als harntreibendes und menstruationsförderndes Mittel wie auch Hippokrates und Galenus, der von ihr sagte, dass sie „einschneidend und bewegend auf die Säfte wirke und den Harn treibe“. Lonicerus schilderte sie als diuretisch, steintreibend, blutreinigend, geburtsbeschleunigend und heilsam bei Rückenweh und Bauchschmerzen. Bei Hildegard von Bingen ist zu lesen:“...wer im Herzen oder der Milz oder in der Seite Schmerzen leidet, der koche Petersilie in Wein unter Zugabe von Weinessig und Honig und seihe ihn durch ein Tuch ab...“

In der Volksmedizin wurde das Kraut und die Wurzel als Sud bei Harngries, Nierensteinen, Blasenschwäche, Wassersucht, Milz- und Leberleiden, Verdauungsstörungen und Blähungen gegeben. Die Samen galten als fiebersenkendes und harntreibendes Mittel. Sie wurden bei Harnverhalten, Nierenwassersucht, mangelhafter Menstruation und Krankheiten der Gebärmutter verabreicht. Mit Öl und Salz zerstampfte Petersilie sollte gegen Zahnschmerzen hilfreich sein.

Die alte volkstümliche Anwendung des frischen Saftes (zerquetsche Petersilie) auf Mückenstiche hat sich bis heute ebenso bewährt wie das Zerkauen von frischer Petersilie gegen Knoblauchgeruch.

Im Mittelalter galt die Petersilie als Hexenkraut. Die Wurzeln und Samen wurden den Flugsalben und Liebestränken beigemischt oder als Abortiva gegeben. Der Spruch: „Petersilie hilft dem Manne aufs Pferd, bringt die Frau unter die Erd“ beschreibt die aphrodisierende und abortive Wirkung. „Peterlesgässchen“ wurden damals die Strassen genannt in denen sich die Bordelle befanden.

Bekannt ist auch der Reim (mit Melodie): „Petersilie, Suppenkraut, steht in unserm Garten – unser Liesel ist die Braut, kann nicht länger warten – roter Wein, weisser Wein, morgen soll die Hochzeit sein.“ Der rote Wein spielt auf die Monatsblutung an, der weisse auf das Sperma.

Ehepaare feiern die „Petersilienhochzeit“ nach 12,5 Ehejahren...

Petroselinum ist ein häufiger Bestandteil der Urologika.

In der Homöopathie ist es ein kleines, wirkungsvolles Heilmittel bei unspezifischen Infekten der ableitenden Harnwege, Reizzuständen der Harnröhre und des Blasenhalses, Harnröhrenkatarrh mit Fuor, Enuresis nocturna, Harninkontinenz bei Prostatahypertrophie oder als Folge von Uterusoperationen.

Leitsymptom ist ein häufiger Harndrang der heftig ist und plötzlich kommt, mit Kribbeln an der Fossa navicularis, das nach dem Wasserlassen in stechende Schmerzen übergeht. Kribbeln und Jucken längs der Harnröhre.

Dosierung: D 2 bis D 6

Marion Hoffmann

Mai 2011

Ambra ( Ambr. ); Ambra grisea - grauer Amber
talgartiges Ausscheidungsprodukt aus dem Darm des Pottwals (Physeter macrocephalis)

Inhaltsstoffe sind das Ambrein = Ambrafett, das mehr als die Hälfte ausmacht, Epikoprosterin, Ketone, freie und veresterte Säuren u.a.

Ambra wird etymologisch vom arabischen "anbar" = Ambra abgeleitet.

Amber ist ein Ausscheidungsprodukt des Pottwals das auf dem Meer schwimmend an den Küsten des Indischen und Pazifischen Ozeans oder als Treibgut an den Stränden gefunden wird. Bis heute ist unklar ob dieses Stoffwechselprodukt eine krankhafte Genese hat oder ob es sich um einen physiologischen Prozess handelt der dadurch entsteht, dass sich die Masse im Darm um die
unverdaulichen Reste der Beutetiere, die er schluckt, herumlegt. Frischer Amber ist weich und enthält papageischnabelförmige Hornkiefer von Tintenfischen und Kraken. Er hat einen abstossenden Geruch. Erst durch Oxidation mit Licht, Luft und Meerwasser entwickelt sich die feste Konsistenz und der charakteristische Duft. Im 15. Jahrhundert wurde Amber in Europa eingeführt, ein kostbarer Stoff, der für die Parfümindustie unentbehrlich war und mit Gold aufgewogen wurde. Er war und ist eine der teuersten Duftingredienzen und wird heute nur noch in wenigen, sehr exklusiven, Parfüms verwendet. Abgesehen von dem ihm eigenen Duft besitzt Amber die Eigenschaft andere Düfte zu fixieren ohne sie zuzudecken. Durch die synthetische Herstellung und dem Handelsverbot des Washingtoner Artenschutzübereinkommens hat er seine Bedeutung bei der Parfümherstellung verloren.
Mezger schreibt, "das schon seit dem Mittelalter in der Zeit der arabischen Ärzte Ambra als wertvolles Nervinum geschätzt wurde".
Seit Hahnemann, der Ambra geprüft und in der "Reinen Arzneimittellehre" mit 490 Symptomen beschrieben hat, ist Ambra in der Homöopathie fest verankert.
Die Hauptwirkung richtet sich auf funktionelle Störungen des vegetativen und zentralen Nervensystems mit hochgradiger Reizung und Überempfindlichkeit. Es passt für nervöse, erschöpfte Personen. Psychische Empfindlichkeit, Nervenschwäche, Erschöpfung, nervöser Zusammenbruch - oft nach langwierigen Krankheiten oder seelischen Belastungen oder Folgen von Schicksalsschlägen. Die geringste Beanspruchung der Nerven und äussere Eindrücke greifen sehr an und verschlimmern alle Beschwerden. Schlaflosigkeit infolge unangenehmer Gedanken. Träume mit aufregenden Phantasien. Die Verdauung beeinflusst die geistige Verfassung. Die Peristaltik ist spastisch gesteigert was Bauchgrimmen verursacht. Dyspepsia nervosa. Die Libido ist überreizt, heftiges Jucken der Scham bei beiden Geschlechtern.
Ambra passt zu Menschen die nervös und schüchtern sind, sie erröten leicht. Ältere Menschen sind vergesslich, sie haben ein überempfindliches, nervöses Gehör oder herabgesetztes Hörvermögen.

Leitsymptome:
Nervöse Erschöpfung. Schüchternheit in Gesellschaft. Schlaflosigkeit durch nervöse Erschöpfung, Überreiztheit und Sorgen. Die geringste Nervenanspannung und alle äusseren Eindrücke greifen sehr an und verschlimmern alle Beschwerden. Stuhl kann in Gegenwart anderer nicht verrichtet werden.

Verschlimmerung: beim Denken an die Beschwerden
in Gegenwart anderer Personen
morgens nach dem Erwachen
nach dem Essen
durch Musik

Besserung: durch Bewegung im Freien - ist aber schnell erschöpft.

Dosierung: D 3 bis D 6
konstitutionell D 30 in seltenen Gaben

Marion Hoffmann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Biologische Medizin (Eine Übersicht) : Diagnose-Formen >>>, Therapie-Formen >>>, Zahnheilkunde >>>